Retro in der Kunstgeschichte - Renaissance & Co.

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Retro ist als Begriff ein aktuelles Schlagwort zur Bezeichnung von Trends, die sich an Vergangenem orientieren, die Elemente älterer Stile oder Epochen übernehmen und neu gestalten.

Ein Blick auf die Kunst- und Kulturgeschichte zeigt freilich, dass maximal der Begriff "retro" selber modern ist, die Tendenz ältere Werke aufzugreifen, allerdings bedeutend älter ist. Retro-Wellen im Sinn von kulturellen Rückgriffen hat es allein in der abendländischen Geschichte schon häufig gegeben. 

Schon im 8. Jahrhundert n.Chr. während der sogenannten karolingischen Renaissance wurden Elemente des untergegangenen Römischen Reichs wiederbelebt - von stilisierten Kleidungsstücken (Tunika) bis hin zu Titeln (Caesar, Kaiser) oder etwas später der Bezeichnung "Heiliges Römisches Reich deutscher Nation". Trotz vieler neuer Elemente, war dieser Rückgriff auf die römische Vergangenheit eine klare Anspielung auf eine bestimmte Zugehörigkeit, Bedeutung und Tradition.

Das Musterbeispiel für eine an "Retro-Gedanken" orientierte Kulturepoche bietet klarerweise die europäische Renaissance, in der nach ca. 400 Jahren quasi "eigenständiger" mittelalterlich-europäischer Kultur ein erneuter, bewusster Rückgriff auf die Antike gemacht wurde. Diese wurde als eine Art "Goldenes Zeitalter" entdeckt, das Vorbild für jede Art von Kunst sein sollte. Dieser Zug der Idealisierung einer Vergangenheitistist  typisch für viele "Retro"- Epochen. "Renaissance" ist letztlich auch ein Synonym für "Retro". 

Der Klassizismus des 19. Jahrhunderts bis hin zur Wiener Ringstraßen - Architektur markiert erneute Retro-Trends bis hin zur Neugotik. 

Wichtige Begriffe, die die Aspekte von "Retro" und "Renaissance" ergänzen können, sind in diesem Zusammenhang auch "Eklektizismus" und "Nostalgie". 

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