Planned Obsolescence - Geplanter Verschleiß - Kaufen für die Müllhalde

Livermore Bulb (Wikimedia Commons)Am 15. Feber zeigte Arte in seinem THEMA-Hauptfilm eine Dokumentation über die Tatsache, dass viele unserer Konsumprodukte gezielt "altern", obsolet werden, bewusst gesteuert und in der Zwischenzeit selbstverständlich akzeptiert. Es ist allgemein akzeptiert, dass Akkus bestimmter Unterhaltungsgeräte einfach ihren Geist nach 18 Monaten aufgeben - und auf Reklamationsanfragen an den Hersteller lapidare Antworten wie "Kaufen Sie sich ein neues Gerät" höchstens noch Kopfschütteln und Grummeln im Bauch erzeugen. Bis sich dann herausstellt, dass diese Akkus bewusst mit einer Laufzeit von 18 Monaten produziert wurden - und der Hersteller absichtlich das Gerät so konzipiert hat, dass ein Austausch beinahe unmöglich ist.

Die ARTE -Doku wird nochmals am 24. Feber 2011 wiederholt und ist allen Menschen zu empfehlen, die - so wie ich - gerne Neues kaufen, up-to-date bleiben wollen, und bei denen sich dann doch ein flaues Gefühl einstellt, dann, wenn die Abbuchung vom Kreditkonto schon durchgeführt wurde.

Kann es sein, dass der gezielte Einbau von Schwachstellen in ein Produkt zur Schaffung von neuem Wirtschaftswachstum auf Dauer nicht des Rätsels Lösung sein sollte? Müsste "nachhaltiges Wirtschaften" nicht anders aussehen? Wird "Reparieren" wieder bedeutsamer? Wird es bald wieder Schuster und Uhrmacher geben? Hat das kleine Fernsehgeschäft um die Ecke doch noch eine Chance gegen MediaMarkt & Co? Wir alle können diese Vorgänge mitsteuern - wenn wir es wollen.

"Glühbirnen, Nylonstrümpfe, Drucker, Mobiltelefone - bei den meisten dieser Produkte ist das Abnutzungsdatum bereits geplant. Die Verbraucher sollen veranlasst werden, lieber einen neuen Artikel zu kaufen, als den defekten reparieren zu lassen. Die bewusste Verkürzung der Lebensdauer eines Industrieerzeugnisses, um die Wirtschaft in Schwung zu halten, nennt man "geplante Obsoleszenz". Bereits 1928 schrieb eine Werbezeitschrift unumwunden: "Ein Artikel, der sich nicht abnutzt, ist eine Tragödie fürs Geschäft".

Gestützt auf mehr als drei Jahre dauernde Recherchen, erzählt die Dokumentation die Geschichte der geplanten Obsoleszenz. Sie beginnt in den 20er Jahren mit der Schaffung eines Kartells, das die Lebensdauer von Glühbirnen begrenzt, und gewinnt in den 50er Jahren mit der Entstehung der Konsumgesellschaft weiter an Boden.


Heute wollen sich viele Verbraucher nicht mehr mit diesem System abfinden. Als Beispiel für dessen verheerende Umweltfolgen zeigt die Dokumentation die riesigen Elektroschrottdeponien im Umkreis der ghanaischen Hauptstadt Accra. Neben diesem schonungslosen Blick auf die Wegwerfgesellschaft stellt Filmemacherin Cosima Dannoritzer auch die Lösungsansätze von Unternehmern vor, die alternative Produktionsweisen entwickeln. Und Intellektuelle mahnen an, die Technik möge sich auf ihre ursprüngliche Aufgabe zurückbesinnen, auf die dauerhafte Erleichterung des Alltags ohne gleichzeitige Verwüstung des Planeten. (Quelle: video.arte.tv)

LINKS:

Suchen