Piraten

Piratenflagge
Bildquelle: bilder.tibs.at/Monika Mader

"Seeräuberei" kannten in der Geschichte alle Großreiche, die Seehandel betrieben. In der Antike waren Ägypter, Griechen, Römer und asiatische Reiche den Angriffen von Piraten ausgesetzt.

Im antiken Rom stellte Piraterie eine dauernde Bedrohung für die Wirtschaft dar, beispielsweise musste im Jahr 67 v. Chr. Feldherr Pompeius 500 Schiffe und 20 Legionen zum Einsatz bringen, um die Piratenüberfälle einzudämmen. Die Präsenz von Piraten im Römischen Reich wird in witziger Art in der Comicserie Asterix dargestellt, nur in 8 von den über 30 Asterix-Bänden treten keine Piraten in Erscheinung.

Im Spätmittelalter wollten in Europa die Hansestädte eine Vorherrschaft im Seehandel erringen, sie führten Kriege gegen andere Seemächte und setzten dabei neben den eigenen Flotten auch Freibeuter ein, denen sie mit sogenannten Kaperbriefen die Legitimation für Seeräuberei übertrugen. Ein solcher Freibeuter war Klaus Störtebeker. Er ließ sich von Mecklenburger Adeligen anheuern und kämpfte mit Mecklenburg und Schweden gegen Dänemark. Nach damaligem Seebeuterecht war während des Krieges zwischen Schweden und Dänemark (1389 bis 1392) die Kaperei erlaubt. Störtebeker raubte nach Kriegsende weiter und überfiel von Helgoland aus Handelsschiffe aus der Hansestadt Hamburg. Im Jahr 1401 wurde er von Hanseaten hingerichtet. Um Störtebekers abenteuerliches Piratenleben und seine Enthauptung in Hamburg ranken sich zahlreiche Legenden, unter anderem die, dass er als Geköpfter noch an 11 seiner Männer vorbeigeschritten sein soll.

Ab Beginn der Neuzeit wurden europäische Nationen wie England, Spanien und Portugal zu führenden Seemächten. Sie betrieben einen florierenden Handel quer über alle Weltmeere und standen untereinander oftmals in kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Staaten heuerten zur Unterstützung ihrer Seemacht Freibeuter an. Durch von den Regierungen ausgestellte Kaperbriefe waren die Gefechte und Beutezüge der Freibeuter legalisiert und im Falle einer Gefangennahme wurde keiner als Pirat hingerichtet. Sir Francis Drake hat als Pirat der englischen Königin Elizabeth I. mehrere Kaperfahrten in die Karibik unternommen. Er hat die Welt umsegelt, gegen die spanische Armada gekämpft und maßgeblich zum Aufstieg Englands als Seemacht beigetragen.

Im 17. Jh., dem „Goldenen Zeitalter“ der Piraterie in der Karibik, waren die Ereignisse auf hoher See großteils undurchschaubar. Die Freibeuter jagten zunächst legal im Auftrag einer Nation Handelsschiffe und führten auch nach Beendigung des Auftrages ihre Beutezüge als illgeale Piraten mit Brutalität fort. Erst mit der Pariser Seerechtsdeklaration von 1856 wurde die staatlich autorisierte Kaperei und damit das Freibeutertum verboten.

Heute sind die Staaten völkerrechtlich laut Seerechtsübereinkommen der UNO zur gemeinschaftlichen Bekämpfung der Piraterie verpflichtet. Auf hoher See ist erlaubt, die Personen eines Piratenschiffes festzunehmen und die Werte auf dem Schiff zu beschlagnahmen. Die Folgemaßnahmen unterliegen der Rechtsprechung des jeweiligen Staates. Auch innerhalb ihrer Hoheitsgewässer besteht für die Staaten die Verpflichtung zur Bekämpfung von Piraterie. Verfolgt werden könnnen Piraten allerdings nur bis an die Grenzen der Hoheitsgewässer eines fremden Staates, außer dieser Staat wünscht weitere Kooperationen.
Piratentum kann nach dem Weltrechtsprinzip auch strafrechlich verfolgt werden, in Deutschland etwa ist Piraterie als Angriff auf den Luft- oder Seeverkehr strafbar. Die mindeste Strafandrohung ist Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahren.
 

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