Peter Rosegger - 100.Todestag

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Peter_Rosegger_(1918).jpg

Ein Jubiläumsjahr der besonderen Art können Rosegger-Anhänger 2018 begehen. Der große Dichter und Denker verstarb vor 100 Jahren. Sein Geburtstag jährt sich hingegen zum 175. Mal. Es lohnt sich also allemal, den steirischen Literaten genauer zu betrachten.

Rosegger wurde 1843 als ältestes von sieben Kindern auf dem Kluppeneggerhof im steirischen Alpl geboren. Dort ist auch die Waldheimat zu finden, die Rosegger in seinen Werken verewigt hat. Mit den Waldheimatgeschichten gelang es ihm die gesellschaftliche Situation der ländlichen, teils bitterarmen Bevölkerung auch den Bewohnern der Städte nahezubringen. Da er körperlich nicht besonders kräftig war, schien der Beruf des Bauern ungeeignet und das Studium, um Pfarrer zu werden, war zu kostspielig. Er absolvierte daher eine Schneiderlehre. Als junger Schneidergeselle vertraute er seine ersten literarischen Werke dem Redakteur der Grazer Tagespost Adalbert Svoboda an, der sein Talent entdeckte und ihn förderte. Von ihm stammt auch der Begriff "Naturdichter".

1869 veröffentlichte Rosegger sein erstes Buch Zither und Hackbrett. Gedichte in obersteirischer Mundart. Neben Lyrik hat der Schriftsteller aber auch Romane, Erzählungen und autobiographische Werke wie die Waldheimat verfasst.

Allerdings ist die Person Peter Rosegger nicht unumstritten. Rosegger ist auch ein geistiges Kind seiner Zeit. Nähert man sich dem Literaten kritisch ideologisch, so entdeckt man auch kriegsfreundliche und nationalistische Texte (z.B.  1916 Steirischer Waffensegen gemeinsam mit Otto Kernstock) oder Verständnis für antisemitische Strömungen.

Anlässlich seines 100. Geburtstages im Jahr 1943 wurden ausgewählte Teile seines Werkes für die nationalsozialistische Propaganda verwendet, kritisierte er doch die "vermeintlich beherrschende Stellung der Juden im Wirtschafts- oder Geistesleben". Gegensätzlich dazu sind allerdings seine Aufgeschlossenheit reformerischen Strömungen gegenüber wie etwa dem Vegetarismus oder der Alternativmedizin. Er beschäftigte sich auch mit dem Buddhismus und lieferte die Initiative für den Bau einer evangelischen Kirche in Mürzzuschlag. 

Rosegger war dreimal für den Literaturnobelpreis nominiert. Neben der Ehrendoktorwürde verschiedener Universitäten und zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen erhielt er auch die Ehrenbürgerschaft  der Stadt Graz, der Marktgemeinde Krieglach und der Gemeinde St. Kathrein am Hauenstein.

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