Originale und Plagiate kaufen

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Beginnen wir beim scheinbar Wesentlichen: der Traumpartner jeder Frau ist die Handtasche. Diese Liebesbeziehung prägt das innige Verhältnis der Trägerin zu ihrem kostbaren Accessoire mit manchmal (oft) chaotischem Inhalt. Dass Frauen bis zu 76 Tagen ihres Lebens in Handtaschen kramen, halte ich hingegen für ein Gerücht aus der Männerwelt.

Doch mal ehrlich: welche Frau träumt nicht von der legendären Kelly-Bag oder der daraus entwickelten Birkin-Bag, die je nach Material zwischen 9000 und 150 000 Dollar kosten. Eine fuchsiafarbene Birkin-Bag wechselte bei einer Versteigerung im Jahr 2011  für 203 000 Euro den Besitzer, die Himalaya Birkin Bag aus mattweißem Krokodilleder stand für 330 000 Euro zum Verkauf.

Auch die Designerlabels Chanel, Louis Vuitton, Hermés oder Gucci verstehen es, wunderbare Handtaschen zu kreieren, die allerdings ebenfalls ihren Preis haben. Und hier beginnt für viele Fashionistas das Problem: die Finanzierung. Doch nicht nur Handtaschenkäufer_innen, die sich in ein teures Original verliebt haben, sind von diesem Problem betroffen: ganze Liftanlagen werden kopiert, Autos ebenso, Jacken, Hosen, Sonnenbrillen, aber auch Waschtischmischer, Thermoskannen und vieles mehr kommen als mehr oder weniger gut gemachte Kopie auf den Markt.

An dieser Stelle kommt die Produktpiraterie ins Spiel. Bei diesen klassischen Fälschungen wird im Gegensatz zu Plagiaten (wo geringfügig geänderte Markennamen verwendet werden) der Name des Herstellers benutzt. Allerdings kommen bei gefälschten Waren häufig minderwertige, oft sogar gesundheitsschädliche Materialien zum Einsatz.

So gehen europäischen Unternehmen im Jahr mehr als 3,5 Milliarden Euro verloren, weltweit wird ein geschätzter Schaden von 1,5 Billionen Euro (und somit 10% des Welthandels) angenommen.

Die Strafen für Käufer_innen von gefälschten Produkten variieren je nach Staat, können aber empfindlich hoch sein, vor allem für Händler_innen, die gefälschte Produkte zwecks persönlicher Bereicherung in Umlauf bringen. Während der österreichische Zoll bis zu einer gewissen Summe nicht sanktioniert, drohen in Italien und Frankreich Geldstrafen bis zu 10 000 Euro. 

 

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