Nun wissen wir es dank Wolfgang Fellner - Wir sind viel zu faul!

Fauler Apfel (Ferdinand Baumgartner)
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"Die neue Studie der OECD „Bildung auf einen Blick“ stellt Österreich kein gutes Zeugnis aus 
(ÖSTERREICH berichtete). Einer der Hauptkritik-Punkte: Österreichs Lehrer verbringen im Vergleich zu den anderen OECD-Ländern wenig Zeit in den Schulklassen: In der Unterstufe sind es 607 Stunden pro Jahr (Zahlen von 2009), im OECD-Schnitt unterrichten die Lehrer über 700 Stunden. In den USA sind es sogar über 1.000. Das heißt: Österreichs Lehrer stehen abzüglich aller Sonn- und Feiertage nur 2,02 Stunden pro Tag in der Klasse. Außerhalb des Klassenzimmers arbeiten die Lehrer allerdings etwa 100 Stunden mehr als im Schnitt. Das bedeutet: Sie sind viel mit Vorbereitung sowie mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt.

Die Studie zeigt auch: Die Lehrer verdienen hierzulande überdurchschnittlich gut. Die Höchstgehälter liegen für Unterstufen-Lehrer bei 63.781 Dollar pro Jahr (die Studie rechnet alle Gehälter in Dollar). Der OECD-Schnitt beträgt nur 51.317 Dollar. Bei den Volksschullehrern ist der Unterschied noch größer.

Im Land der PISA-Sieger, in Finnland, verdienen die Lehrer nur knapp 60.000 Dollar im Jahr. Studienautor Andreas Schleicher bemängelt im ÖSTERREICH-Interview die Effizienz im österreichischen Bildungssystem: „Es ist wichtig, die Lehrer angemessen zu bezahlen, aber dann kann man auch eine bessere Leistung er warten.“ (Quelle: oe24.at)

Um in der Fülle der Informationen der Studie 2011 (aus den Jahren um 2009)die richtigen Seiten zu finden sollte man sich das Inhaltsverzeichnis ansehen - dann findet man schon die entsprechenden Tabellen und muss sich doch tatsächlich wundern, wie die Zeitungsschreiber bei oe24.at Tabellen lesen und interpretieren. Populismus und Berufshetze pur - mehr fällt mir dazu nicht ein. Abgesehen davon, dass die leserheischende Überschrift von "Österreich" ohnehin nur die "männliche" Seite trifft. Mehr als 2/3 unserer heimischen Lehrkräfte sind jedoch weiblich - und daher wohl nicht gemeint.

Ich würde sicher nicht wagen über die Qualität und Arbeitszeit der beruflichen "Berichterstatter" ein derartiges verachtendes Urteil zu sprechen. Zu plakativ und verallgemeinernd wären dann meine Worte. Aber - wie es scheint - gibt es einfach keine Tiefen mehr, in die manche Schreiberlinge nicht hinabtauchen würden, nur um ein paar Schlagzeilen-LeserInnen mehr ins "faulig"-riechende Boot zu holen. Da ist es dann egal, ob man einen ganzen Berufsstand als TachiniererInnen und Faulpelze verurteilt, wichtig ist nur die Auflagenstärke. Rupert Murdoch lässt grüßen.

Es ist nur tröstlich in den Leserkommentaren dahinter etwas zu schmökern, denn dann wird erkennbar, dass mit dieser pauschalen Verunglimpfung weit über das "Ziel hinausgeschrieben" wurde und bei Gott nicht alle ÖsterreicherInnen der Meinung des Verfassers sind. Tatsachen wurden ohnehin nicht berichtet, denn wer weiß, wie ein Schultag mit 6 Unterrichtsheiten hintereinander an den Kräften zehrt, der kann über einen Unsinn dieser Art nur den Kopf schütteln und sich seinen Teil denken.

Sucht man übrigens nach ähnlichen Schlüssen aus der OECD-Studie wie in der Zeitung "Österreich", dann entdeckt man ganz andere Aussagen des oben zitierten Andreas Schleichers.

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