Musikhauptschule Axams präsentiert: „OLIVER TWIST“ - Musiktheater frei nach Charles Dickens

Plakat Musical Oliver Twist an der HS Axams Mai 2011
Bildquelle: Bernhard Schmid

Nach höchst erfolgreichen Musical-produktionen wie „Tschosef“, „Grease“ oder „Eric und die Zauberfee“ wagten sich die Musikklassen der Musikhauptschule Axams heuer an einen ganz besonderen Stoff: „Oliver Twist“ - frei nach Charles Dickens.

In einer eigens erstellten neuen Bühnenfassung (Text und Musik stammen von Bernhard Schmid), gewürzt mit 16 Musiknummern, Tanz und Gesang, wurde über das Schicksal des kleinen Knaben Oliver erzählt, dessen Mutter gestorben ist und der somit zu einer Vollwaise geworden ist. Er wird ins Waisenhaus von Mr. Bumble gebracht. Dieser führt ein strenges Regiment: Die Kinder schuften den ganzen Tag lang, bekommen eine kärgliche Mahlzeit, werden nicht selten körperlich gezüchtigt und obendrein wird das eine oder andere Waisenkind wie eine Ware verkauft. Auch Oliver, der sich nicht so recht an die „Spielregeln“ von Mr. Bumble halten will, soll schließlich verkauft werden.

Doch Oliver gelingt rechtzeitig die Flucht. Auf den Straßen Londons gerät er an das Straßenkind Dodger, der Mitglied einer Diebesbande – angeführt vom Gauner Fagin – ist. Dodger stellt Oliver Fagin vor, der Junge wird in die Bande aufgenommen und soll das Diebeshandwerk erlernen. Doch gleich der erste Versuch schlägt fehl – Oliver wird erwischt. Das Diebesopfer Mr. Brownlow – ein vornehmer englischer Gentleman – erkennt die Not Olivers, fasst große Zuneigung zu dem Jungen und will ihn sogar adoptieren. Doch in der Zwischenzeit plagen Fagin und Bill Sikes – einen brutalen Ganoven, der unter den Fittichen Fagins aufgewachsen ist – Sorgen, dass sie von Oliver verraten werden könnten. Mit einem Trick bringen sie Oliver wieder in ihre Gewalt. Doch sie haben die Rechnung nicht mit Nancy – der Gefährtin von Bill Sikes, die ebenfalls von Fagin großgezogen wurde – gemacht. Diese hat das Gaunerleben endgültig satt und beschließt Oliver zu helfen.

Inszeniert wurde das Musical von Bernhard Schmid, choreographiert von Josefine Happ und Tanja Schinnerl. Das Orchester leiteten Helga Turik und Stefanie Witsch, den Chor und Solisten betreuten Roswitha Drescher-Costa und Monika Köll. Großartig war die Unterstützung zahlreicher engagierter Eltern sowie zahlreicher Sponsoren (TIWAG, die Raiffeisenkassen, die Gemeinden und zahlreiche Gewerbebetriebe des westlichen Mittelgebirges).

Das Wesentliche in dieser Arbeit liegt darin, dass die Aufführung und Ausstattung beinahe ausschließlich in den Händen der SchülerInnen liegt. Das Orchester besteht ausnahmslos aus SchülerInnen der Musikhauptschule. Vom Musizieren in einem großen Ensemble profitieren die jungen Musiker enorm: exaktes Spiel, sich in den Gesamtklang einordnen, dynamisches Gestalten des eigenen Parts, verlässliches Einsetzen, die Wirkung des eigenen Instruments kennen lernen, Rhythmus und Tempo halten, Konzentration vom Anfang bis Ende des Stücks – das sind nur einige wichtige Lernziele.

Von den SchülerInnen auf der Bühne wird selbstbewusstes, konzentriertes Auftreten erwartet. Jeder hat eine Rolle auszufüllen – rollenspezifische Eigenheiten (Charaktereigenschaften,…) sind in Sprache, Mimik und Gestik umzusetzen. Artikulation, Sprechtempo, bessere Verständlichkeit der Sprache, Sprechkraft usw. werden trainiert. Neben sauberem Gesang ist auch exaktes Bewegen im Rahmen der einzelnen Tanzchoreographien gefragt. Auf den Punkt gebracht – die SchülerInnen müssen aus sich herausgehen, sehr konzentriert sein, einfach ihr Bestes geben.

Auch das Bühnenbild, diverse Requisiten, sowie der Großteil der Kostüme wurden unter Anleitung von LehrerInnen möglichst von den Schülern im Rahmen zweier Freifächer (durchgeführt von Rosi Lang und Gertrud Haselwanter) oder des Zeichnen- bzw. Werkunterrichts selbst gestaltet und hergestellt.

Insgesamt 22 Kinder spielten im Orchester. Übrig blieben 74 SchülerInnen, die auf zwei verschiedene Ensembles aufgeteilt wurden. Jede Rolle war also doppelt besetzt und jedes Kind hatte dadurch eine Rolle, die es auf der Bühne spielte. Die Ensembles wechselten einander ab: Einmal spielte das Ensemble 1 auf der Bühne und das Ensemble 2 bildete den Chor, der zusammen mit dem Orchester das musikalische Fundament bildete. Dann wurde einfach gewechselt, sodass das Ensemble 2 auf der Bühne agierte und das Ensemble 1 den Chor bildete. Wichtig dabei ist, dass jedes Kind (außer die, die im Orchester spielen) in den Genuss von Tanz, Schauspiel und Gesang kommt. 2 Schulstunden pro Woche wurde an der Realisierung des Stückes gearbeitet. Dazu bedurfte es eines ausgeklügelten Probenplanes, damit wirklich jedes Kind beschäftigt war. Während der Aufführungen bauten die SchülerInnen die Bühnenbilder jeweils selbstständig um, sodass die Vorstellungen auch von den Akteuren selbst getragen wurden.

Nach einer intensiven Probenwoche waren in der letzten Maiwoche 3 Vormittags-Aufführungen für die SchülerInnen der HS Axams, für die Schulen des westlichen Mittelgebirges sowie interessierte Schulen reserviert. In insgesamt 5 Abendvorstellungen, die allesamt ausverkauft waren, ernteten die SchülerInnen kräftigen Applaus. Insgesamt fieberten etwa 1700 ZuschauerInnen mit dem Schicksal des kleinen Oliver mit. (Quelle: Bernhard Schmid, HS Axams)

Bildquelle: 
Bernhard Schmid

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