Müllinseln im Pazifik sollen Staat werden

Stellen Sie sich vor: Sie unternehmen einen Segeltörn durch den Pazifik. Träume von unberührter Natur, kristallklarem Wasser, weit weg von jeder Zivilisation...weit gefehlt. Viel eher werden sie genug zu tun haben, ihr Boot durch eine Müllwüste zu manövrieren, die bis hinter den Horizont reicht. 

Einwegrasierer, Zahnbürsten, Kübel, Kabeltrommeln - die Plastikhinterlassenschaften unserer Zivilisation sammeln sich in den Wirbeln großer Meeresströmungen und bilden gigantische Müllhalden - in allen großen Ozeanen. Die größte bekannte ist der sogenannte "Große pazifische Müllfleck" - von wegen Fleck. Er ist 16 mal größer als Österreich. Die gesamte Fläche aller Müllflecke zusammen ergibt geschätzt fast einen neuen Kontinent.

Die gigantische Menge an Plastik und Abfall hat natürlich schwerwiegendste Auswirkungen auf die maritime Fauna und Flora. Das Plastik zersetzt sich im Lauf der Jahre in kleine Plastikkügelchen und gelangt so in die Nahrungskette. Dabei werden Fische vergiftet bzw. geben dieses Gift an uns weiter, wenn sie gegessen werden oder sterben an platzenden Innereien, wenn die Abfälle ihren Darm verstopfen. 

Genaue Kenntnisse über diese Müllflecke gibt es noch kaum, da das Problem weit weg von bewohnten Räumen auftritt und es kaum Bilder gibt, die das öffentliche Bewusstsein aufrütteln würden. 

Jetzt hat sich die UNESCO dieses Problems angenommen. Sie will die gesamten Müllflecken der Ozeane zu einem gemeinsamen Staat erklären. Der Staat soll "Garbage Patch", zu Deutsch "Müllfleck" heißen, erhält eine blaue Flagge und hat sogar schon eine eigene Facebook-Seite. Die Staatsaktion soll die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit endlich auf das globale Problem lenken.

Wie mit der Müll mittelfristig zu beseitigen ist, ist noch völlig ungeklärt, bis jetzt fühlt sich kein Staat dafür zuständig, da die Müllflecken weit außerhalb der Hoheitszonen der einzelnen Länder liegt.

Die unten stehenden Links sollen Materialien für den Unterricht zu Unterstützung von Bewusstseinsbildung liefern.

 

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Bildquelle: 
Wikimedia Commons

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