Lenins Reise im versiegelten Zug und die politischen Folgen

Nummer der Lokomotive
Bildquelle: James G. Howes (Wikimedia Commons)


In literarisch verdichteter Form stellt Stefan Zweig in seiner historischen Miniatur „Der versiegelte Zug“ die Reise dar, die Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, im April 1917 unternahm.
Lenin lebte im Frühjahr 1917 vor dem weltgeschichtlichen Ereignis der Russischen Oktoberrevolution in der Schweiz. Die Februarrevolution war gescheitert. Sie war war für Lenin und seine Genossen kurzfristig Erfüllung, doch bald darauf Enttäuschung, so schreibt Stefan Zweig. Daher wollte Lenin um jeden Preis zurück nach Russland gelangen. In einem plombierten Zug wurde die Reise über Deutschland, Schweden und Finnland nach Russland realisiert.
Diese für die Weltgeschichte folgenschwere Zugfahrt beurteilt Stefan Zweig so:

„Millionen vernichtender Geschosse sind in dem Weltkrieg abgefeuert worden, die wuchtigsten, die gewaltigsten, die weithintragendsten Projektile von den Ingenieuren ersonnen worden. Aber kein Geschoß [sic!] war weittragender und schicksalsentscheidender in der neueren Geschichte als dieser Zug, der, geladen mit den gefährlichsten, entschlossensten Revolutionären des Jahrhunderts, ... von der Schweizer Grenze über ganz Deutschland saust, um in Petersburg zu landen und dort die Ordnung der Zeit zu zersprengen.“

(Stefan Zweig: Sternstunden der Menschheit, Frankfurt am Main, 1971. Fischer Taschenbuch 595, ISBN 3 436 00591 6 / S. 179)
 

Die Oktober-Revolution von 1917 verwandelte das Zarenreich Russland in einen kommunistischen Staat. Die Bolschewiken übernahmen die Macht und mit dem Umbruch gelang es den Revolutionären, die marxistischen Theorien einer klassenlosen Gesellschaft für Russland in die Praxis umzusetzen. Lenin ist als Gründer der Sowjetunion in die Geschichte eingegangen.

 Lokomotive 

Im Bild ist die Lokomotive des versiegelten Zuges, mit dem Wladimir Iljitsch Uljanow Sankt Petersburg erreichte, dargestellt.

  

Verwendete Online-Quellen:

Bildquelle: 
James G. Howes (Wikimedia Commons)

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