Land Tirol fördert Leselust an Volksschulen

Bildquelle: ATLR - Alexandra Sidon

Bildungslandesrätin Palfrader und Landesschulinspektor Wöll präsentierten jüngst in einer Pressekonferenz die Tiroler Antwort auf die PISA-Ergebnisse 2009: ein Maßnahmenpaket zur Förderung der Lesekompetenz für die Tiroler Volksschulen.

Bei einer Tagung  am 27. September 2011 in Kufstein werden die VS-Leiterinnen und Leiter über Details informiert.

Das Paket beinhaltet Lesetests zur Früherkennung von Leseschwächen, spezielle Förderprogramme an "Leseschulen" und mehr Zeit fürs Lesen im Deutschunterricht. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt ab dem Schuljahr 2011/12, das Land investiert mehr als 1,2 Million Euro jährlich.

„Wir werden in den Volksschulen die Lust am Lesen wecken. Kinder, die gut lesen können, meistern auch den täglichen Schulalltag leichter. In den ersten Schuljahren geht es um die Vermittlung der Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen. Hier müssen wir ansetzen. Diese Grundkompetenzen sind das Gerüst für den weiteren schulischen, beruflichen und persönlichen Weg", ist Bildungslandesrätin Beate Palfrader überzeugt.

„Das Landes-Lesekompetenzteam unterstützt die Lehrerinnen und Lehrer in den Klassen, damit Leseschwächen rechtzeitig erkannt werden können. Durch den Ausbau der Schulungen und Weiterbildungen werden unsere Pädagoginnen und Pädagogen noch besser qualifiziert, den Kindern die nötigen Hilfestellungen zu geben", betont Landesschulinspektor Reinhold Wöll.

Auf Landesebene - Verstärkung des Lesekompetenzteams

Das Lesekompetenzteam besteht derzeit aus acht Expert/innen. Unter der Leitung des Landeskoordinators Raimund Senn bietet das Lesekompetenzteam Hilfe bei der Durchführung, Auswertung und Interpretation der Salzburger Lese-Screenings. Die Lese-Screenings für die erste Schulstufe messen die Lesegeschwindigkeit und das Textverständnis der SchülerInnen und ermöglichen so eine schnelle und gezielte Reaktion auf etwaige Leseschwächen. Sodann werden individuelle Förderpläne für leseschwache Kinder entwickelt, Übungsmaterialien wie der „LEGIMUS MOBIL"-Koffer mit ausgewählten Leseübungen zur Verfügung gestellt und die Unterrichtenden bei der Durchführung von Leseförderungen beraten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung: LSI Dr. Wöll, LRin Dr. Palfrader, Kristin Prantl, Claudia Kramer + Koordinator Raimund Senn
 

Auf Schulebene - Gütesiegel „Leseschulen'

An „Leseschulen" werden standortspezifische Lesekonzepte entwickelt. Ein Qualitätsmerkmal einer jeden „Leseschule" ist eine aktive Schulbibliothek mit aktuellem, altersgerechten Bestand und regelmäßigen Aktivitäten. „Leseschulen" forcieren Lesepartnerschaften, Begegnungen mit AutorInnen, Leseaktivitäten in der Öffentlichkeit, den Umgang mit digitalen Medien sowie Lesefortbildungen für die ganze Schule. An jeder Volksschule betreut ein Leseverantwortlicher die Aktionen. Die Anzahl und Qualität der Tiroler Schulbibliothek wird ausgebaut und sieht vermehrt Kooperationen mit anderen Bibliotheken vor.

Auf Klassenebene - Schwerpunkt „sinnerfassendes Lesen" im Deutschunterricht

„Gemäß der Stundentafel sind an den Tiroler Volksschulen sieben Stunden pro Woche für den Deutschunterricht vorgesehen. Zwei davon sollen künftig verpflichtend dem sinnerfassenden Lesen gewidmet werden", so LSI Wöll.

Weitere Maßnahmen:

  • landesweite Lesewettbewerbe
  • verpflichtende Fort- und Weiterbildungen
  • Ausbau ganztägiger Schulformen
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ATLR - Alexandra Sidon

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