Kapitalismus - Segen, Fluch oder beides?

Lenin und Rockefeller - dt. Bundesarchiv
Bildquelle: Wikimedia Commons; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_102-12251,_Berlin,_Kunstausstellung,_Doppelb%C3%BCste.jpg?; dt. Bundesarchiv; 20.10.2014

Schon seit einiger Zeit habe ich das Bedürfnis, Materialien und Links zu diesem Thema zusammenzustellen. GEO EPOCHE in seiner letzten Ausgabe hat es mir vorgemacht und daran werde ich mich orientieren. Laut WIKIPEDIA leitet sich der Begriff ab von "capitalis" bzw. "caput", also den Kopf bzw. das Leben betreffend. Das französische capoter bedeutet übrigens "kentern", was wiederum auf das lateinische "caput" zurückführt und als Lehnwort für "zerborsten, zerrissen etc." ins Deutsche übernommen wurde. Ist dieser Kapitalismus also "kaputt"?

"K. bezeichnet eine Wirtschaftsordnung (und Gesellschaftsordnung), in der der Faktor Kapital (Maschinen, Anlagen, Fabriken, Geld) im Vergleich zu anderen Wirtschaftsfaktoren (Arbeit, Grund und Boden) überproportionale Bedeutung hat.

Grundlagen des K. sind eine Eigentumsordnung, die die freie Verfügung über das Privateigentum (z. B. an den Produktionsmitteln) schützt, ferner ein durch staatliche Ordnung gesichertes, gleichwohl von staatlichen Eingriffen weitgehend freies Wirtschaftssystem auf der Basis des Marktmechanismus und der Selbststeuerung durch Angebot und Nachfrage." (Quelle: http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17696/kapitalismus; 30.10.2014)

Um Kapitalist zu sein, muss man Kapital besitzen, das für mich arbeiten kann. Derzeit besitze ich noch einen relativ gesunden Körper (Risikokapital), einen immer vergesslicher werdenden Geist (Risikokapital), ein paar Freunde und Freundinnen und eine liebenswerte Partnerin, Kinder um mich (traumhaftes Sozialkapital), eine noch funktionierende Lebens- und Altersversorgung (Futurebonds). Finanzkapital liegt bei der RAIKA - und wenn diese will, dann bin ich ihr Sklave (also Arbeitskraftkapital bzw. Immobilienvermögen , aber nicht das meine). So sieht's aus!

Wirkliche Kapitalisten - und damit meinen wir wohl nicht nur die Geisteshaltung, Wirtschaft in einem kapitalistischen System zu betreiben, sondern jene Menschen, denen nur über Anhäufung von Vermögen und umsetzbaren Werten persönliche Sicherheit gesichert erscheint  - können die wenigsten von uns werden, jedenfalls kaum hier. Dazu muss schon vorher besessen worden und weitergegeben worden sein. Den Streit um Vermögens- und Erbschaftssteuern in diesem Land kann ja jeder selbst verfolgen, je nachdem, welcher Meinung er/sie selbst ist.

An das Märchen vom Schuhputzer, der zum Millionär wurde, glaube ich schon lange nicht mehr - vor allem, was hat er wirklich davon? "Geld regiert die Welt", heißt es so schön - ergo hat er sich nicht befreit, sondern dem Gold ergeben. Die psychopathologische Seite dieses Profitwahns erkennt man am einfachsten bei der Lektüre eines Mickey Mouse - Heftchens, in dem auch Dagobert Duck auftreten darf. Ich bin immer wieder ein bisserl Panzerknacker und ein bisserl Dagobert. Doch eigentlich bleib ich bei Donald stecken in meiner Rollenevolution.

PS: Die Artikel- bzw. Linksammlungen sind selbstverständlich in großem Maße unvollständig. Es gibt so viele Stichworte, die mir Anhaltspunkte für Recherchen geben - einigen werde ich noch folgen wie Reagonomics, Ungleichverteilung, Neoliberalismus, Spekulation, Alternativen, Marktwirtschaft, soziale Marktwirtschaft, Arbeitsmarkt, Gier, Reichtum, ... es endet nie. Und jetzt - Monate später nach Anlaufen dieses Dossiers - frage ich mich wie es sein kann, dass bei einem Scheidungsprozess jemand 500 Millionen Euro fordern kann und darf wenn zum selben Zeitpunkt Hunderte im Meer davor ersaufen. Es ist einfach eklig.

Weiterführende Links (Bitte mit STRG+SHIFT+Mausklick öffnen):

Bildquelle: 
Wikimedia Commons; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_102-12251,_Berlin,_Kunstausstellung,_Doppelb%C3%BCste.jpg?; dt. Bundesarchiv; 20.10.2014

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