Julius Robert Oppenheimer-der Vater der Atombombe

Bildquelle: Wikimedia Commons / Department of Energy, Office of Public Affairs / Los Alamos National Laboratory (Public Domain) / http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/03/JROppenheimer-LosAlamos.jpg

Er war ein Wunderkind, lernte in Rekordzeit Sanskrit, war zunächst so weltfremd, dass er den New Yorker Börsenkrach um Monate verschlief, liebte Wüsten und Physik mehr als Menschen und orgnisierte doch das wissenschaftlich-politische Mammutprojekt "Manhattan project", das zum Bau der ersten Atombombe führte.

Julius Robert Oppenheimer, besser bekannt als J. Robert Oppenheimer, ist mit seinem Schicksal symptomatisch für viele seiner Kollegen und Kolleginnen, die durch die Eroberungspolitik der Nazis in die Politik gedrängt wurde. Seit den 30er Jahren nahm Oppenheimer, der Physik und vieles andere in Harvard und Göttingen studiert hatte, nicht nur am wissenschaftlichen sondern auch am politischen Leben teil. Er hatte etliche Freunde, die kommunistisch und sozialistisch geprägt waren und die ihn prägten. Als einer der maßgeblichen jungen Physiker wurde er während des Zweiten Weltkriegs beauftragt, die wissenschaftliche Arbeit an der kommenden Atombombe zu koordinieren. Diese Arbeit in Los Alamos führte zur ersten Atombombe und direkt zu den Abwürfen von Hiroshima und Nagasaki.

Obwohl er zunächst an die Notwendigkeit der Bombe geglaubt hatte, wendete er sich nach dem Weltkrieg gegen Atomwaffen und lehnte die Mitarbeit an der Entwicklung der Wasserstoffbombe ab. Damit und mit seinen Sympathien mit dem linken politischen Spektrum galt Oppenheimer während der McCarthy-Ära in den USA als verdächtig, wurde bespitzelt und landete vor dem Ausschuss für unamerikanische Umtriebe. Obwohl er eigentlich rehabilitiert wurde, wurde im ihm eine weitere Mitwirkung an politischen versagt. Hauptverantwortlich dafür war die Aussage seines Kollegen Edward Teller (des "Vaters der H-Bombe").

J.Robert Oppenheimer gilt als der moderne Archetypus des Wissenschaftlers, der aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaft in die Verstrickungen der Politik gerät, seine Kenntnisse wider besseres Wissen zu Zwecken der Vernichtung einsetzt und persönlich daran schließlich scheitert. Tatsächlich verwand Oppenheimer nie, an der letztlichen Vernichtung von weit über 100.000 Menschen mitbeteiligt zu sein. Heiner Kipphardt widmete seiner Person ein berühmtes Theaterstück.

Oppenheimer starb 1967 an Kehlkopfkrebs (er war zeit seiner Lebens Kettenraucher) zwar wieder anerkannt, doch ohne seine politische "Unbedenklichkeit" zurück erhalten zu haben,  .

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