Ist das "Net" besser als "Schule" - eine interessante Diskussion in "Kultur am Montag" ORF

Vernetzung Prisma-Ethority.de
Bildquelle: bilder.tibs.at (prisma@ethority.de)

"Besser net" oder "bessa ned!". Am 31. Oktober fand in der Sendereihe des ORF 2 "Kultur am Montag" neben anderen Berichten eine äußerst interessante Diskussion zwischen dem Philosophen Konrad Paul Liessmann und der Kommunikationswissenschaftlerin Ursula Maier-Rabler statt. Die beiden "KontrahentInnen" versuchten in den 20 Minuten moderierten Gespräches ihre unterschiedlichen Meinungen zur Bildungswirksamkeit des WEBS und dessen Bedeutung in der jetzigen Schulwirklichkeit darzustellen.

Wer Zeit und Muße hat - und um diese Muße geht es ganz besonders lt. Konrad Paul Liessmann - der möge über die TV-Thek des ORF sich diese Diskussion zu Gemüte führen. Einige kontroversielle Aussagen der beiden DiskussionsteilnehmerInnen regen gewiss zum Denken an:

Wer ständig von Vernetzung faselt, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, was er da für einen Konformitätsdruck verkündet, der mag zwar dem Zeitgeist gehorchen, aber nicht dem Anspruch eines halbwegs souveränen Verstandes. (Konrad Paul Liessmann)

"Der Ort des Widerstandes ist das Individuum, der denkende Mensch, der um Aufklärung und Mündigkeit bemühte Mensch oder Bürger." Für K.P. Liessmann hat der Begriff "Das Netz" einen eher bedrohlichen Beigeschmack, denn es erinnert ihn an Gladiatoren, deren gerade unterliegende Gegner sich im Netz verstricken.

Denken kann man nur selbst, alleine - man steht einer neuen Informationen gegenüber und muss sie  nun beurteilen, sich an Hand dieser Information sogar entscheiden.

Maier-Rabler sieht in den neuen sozialen Netzwerken jedoch eine Befreiung von Hierarchien, denn der Nutzer kann den Weg des Tuns nach Informationserhalt frei wählen. AutorInnen allerding erleiden einen Kontrollverlust, denn die NutzerIn entscheidet, was mit der Information geschieht.

Die Schule bzw. Bildung allgemein bereitet die Menschen nicht auf diese neue Freiheit vor. (Ursula Maier-Rabler)

Irgendwann wurde klar, dass Frau Maier-Rabler die heutige österreichische Schule eher als MUSEUM ansieht - und SchülerInnen die Lebenswirklichkeiten in ihrer Freizeit am Nachmittag erleben. K.P.Liessmann ist letztendlich darüber sogar froh, denn nur in der Ruhe und Abgeschiedenheit z.B. eines Museums lässt es sich "lernen", "Wissen erwerben". Doch die Wirklichkeit ist eine andere, weiß auch K.P.Liessmann, denn diese Abgeschiedenheit zum Denken und Nachdenken gibt es nicht. Viele SchülerInnen können sich nicht länger als 3-4 Minuten auf eine Sache konzentreren - und dann kommen noch die Eye-Catcher des Medienboulevard dazu.

Es geht nicht nur darum, dass Österreichs Menschen wieder imstande sind zu lesen, sondern auch WAS sie lesen. (Konrad Paul Liessmann)

Die vollständige Diskussion können Sie noch bis Sonntag dieser Woche über die TV-Thek des ORF verfolgen. Viel Spaß.

Weiterführender LINK (Bitte mit STRG+SHIFT+Mausklick öffnen):

Bildquelle: 
bilder.tibs.at (prisma@ethority.de)

Suchen