Ich arbeite, also darf ich sein

Franz Wilhelm Seiwert - Welt der Arbeit (!933)
Bildquelle: Wikimedia Commons / http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Seiwert_-_Welt_der_Arbeit.jpg; Museum Ludwig; Franz Wilhelm Seiwert; gemeinfrei

Ich gehöre zu den privilegierten Menschen dieses Landes mit meinem regelmäßigen Einkommen und der relativ geringen Bedrohung durch Jobverlust als pragmatisierter Beamter. Schaut man dann heute in das verschuldete Griechenland - und liest, dass Tausende von Arbeitsstellen auch im öffentlichen Dienst abgebaut werden müssen, dann kann ich mir in ein paar Jahren eine solche Bedrohung auch in unseren Landen vorstellen. Dann kann mir schon bange werden. Wenn sich ein Staat keine Gehälter für seine Angestellten leisten kann, dann wird es wohl auch mich treffen können. Dass für viele unserer MitbürgerInnen dieses Szenario schon lange real  gilt, wird mir erst während dieser Gedanken bewusst.

Wer wäre ich hätte ich nicht meinen Beruf? Würde ich - abgesehen von der existentiellen Bedrohung - mich noch als vollwertig betrachten, oder würde sich nicht langsam ein Gefühl der Minderwertigkeit in Herz und Seele schleichen?

"Die Arbeit steht im Zentrum unseres Lebens. Nicht nur, weil sie Geld bringt: Sie stiftet Sinn und Identität. Durch sie dürfen wir uns als nützliche Mitglieder der Gesellschaft fühlen. Wir brauchen sie, um glücklich zu sein – und sei es auch nur als Kontrast zur Freizeit, die wir ohne diesen Gegenpol nicht genießen könnten. Wer seine Arbeit verliert, hat nichts mehr zu erzählen, ihm droht die gesellschaftliche Isolation. Der Jobverlust belastet die Psyche und wird zur Gefahr für die Gesundheit. ..." (Quelle: www.zeit.de)

»Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.«

"Dieser altehrwürdige Satz scheint nach wie vor zum Kern arbeitsgesellschaftlicher Kulturen zu gehören, in denen (Erwerbs- oder Berufs-) Arbeit ökonomisch hoch bewertet und von anderen »Tätigkeiten « (z.B. in Haushalt und Familie) oder »Sektoren« (etwa dem »informellen« Sektor von Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft) abgegrenzt wird. ..." (Quelle: www.ssoar.info)

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