Hungersnöte

Hungersnot in Russland 1921 Wikimedia Commons
Bildquelle: Wikimedia Commons / Dr Fridtjof NANSEN (1861 - 1930); http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Famine_in_Russia_1921.jpg

Hunger ist mir persönlich eigentlich unbekannt, aber ich kenne kleine Apekte davon aus Erzählungen meiner Mutter, die ihr erstes Kind - also meinen Bruder - nur deswegen nach der Geburt verloren hatte, weil es keine Eiweißnahrung gab, und er nach 3 Monaten verstarb. Solche Geschichten liest man eigentlich nur noch in Berichten über Afrika oder Indien.

Auch erinnere ich mich daran, dass sie als jugendliches Mädchen im Auftrage ihrer Mutter stundenlang zu Fuß durch die Heimatstadt laufen musste, nur weil es das Gerücht von verbilligtem Brot am anderen Stadtende gab. Und dort wartete sie dann stundenlang brav in der Reihe von Hunderten anderer Menschen, um 1 Kilo Brot um einen Pfennig billiger zu erhalten. Unvorstellbar für einen von uns, der gewöhnt ist an ein überbordendes Warenangebot.

So schnell ändern sich die Zeiten.  

"Anders, als es die Berichterstattung in den Medien oft vermuten lässt, sind Hunger und Fehl­ernährung nicht nur die Folge von Natur­katas­trophen oder bewaffneten Konflikten. Solche Krisen verursachen nur einen relativ kleinen Teil des Hungers in der Welt. Viel häufiger ist Hunger die Folge dauerhafter, strukturell bedingter Armut und schlechter wirtschaftlicher Rahmen­bedingungen. Die Ursachen von Hunger sind sehr komplex und in vielfältigen Wechselwirkungen miteinander verknüpft.

Armut ist untrennbar mit Hunger, Mangel- und Fehlernährung verbunden: Wer kein Geld oder keinen Zugang zu Produktions­mitteln hat, kann sich nicht selbst ernähren. Und wer durch Hunger geschwächt ist, kann nicht ausreichend produktiv arbeiten. Fehlernährte Kinder können schlechter lernen, sind häufiger und länger krank und können bleibende Schäden davontragen – der Kreislauf von Armut und Hunger geht weiter.

Die seit Jahren ansteigenden Preise für Grundnahrungsmittel treffen vor allem Menschen der ärmsten Bevölkerungsschichten. Laut Welthunger-Index 2009 geben arme Familien den größten Teil ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus – eine durchschnittliche deutsche Familie benötigt dafür nur etwa zehn Prozent ihres Einkommens.

Diese Entwicklung führte 2008 zu einer weltweiten Nahrungsmittelkrise. Auch wenn sich viele Preise inzwischen wieder etwas normalisiert haben, ist das kein Grund zur Entwarnung: Die Welternährungsorganisation (FAO) und die OECD prognostizieren in ihrem Agricultural Outlook 2008–2017, dass sich die Agrarpreise längerfristig auf einem relativ hohen Niveau halten werden. Problematisch ist vor allem, dass zukünftig starke Schwankungen der Nahrungspreise auf dem Weltmarkt erwartet werden. Auch wenn die durchschnittlichen Agrarpreise seit 2008 gesunken sind, sind sie in vielen Entwicklungsländern weiterhin angestiegen. ... (Quelle: www.bmz.de)

"„Wir haben uns in eine Herde hungriger Bestien verwandelt."

"Wenn du auf der Straße gehst, begegnest du Menschen, die wie Betrunkene schwanken, plötzlich umfallen und sterben. An solche Bilder haben wir uns bereits gewöhnt und beachten sie nicht mehr, weil heute sie sterben und morgen ich“. 

„Leningrad wurde zu einer Leichenhalle, die Straßen zu Alleen der Toten. In jedem Haus werden im Keller Leichen gestapelt. Auf den Straßen liegen reihenweise Verstorbene“. (www.zukunft-braucht.erinnerung.de)

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Wikimedia Commons / Dr Fridtjof NANSEN (1861 - 1930); http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Famine_in_Russia_1921.jpg

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