Hieroglyphen und Papyrus

Hier A - Immanuel Giel (Wikimedia Commons)

Das Wort "Hieroglyphen" wird aus den griechischen Wörtern hieros = "heilig" und glyphein = "in Stein eingraben, einschneiden" gebildet und läßt sich sinngemäß mit "Heilige Einmeißelungen" übersetzen.
Mit Einführung des Christentums von 100 v.u.Z. bis 100 u.Z. wurde auch die griechische Schrift nach Ägypten gebracht.

Diese wurde mit der demotischen Schrift (eine abgewandelte, stilisierte und vereinfachte "Volksschrift" der Hieroglyphen) zur sog. koptischen Schrift verbunden, so daß die Hieroglyphen einfach überflüssig wurden. 300 Jahre später gab es kaum noch jemanden, der die Hieroglyphenschrift lesen konnte, später niemanden mehr.

Die letzten Hieroglyphen fand man im Philae-Tempel von Assuan; sie wurden auf das Jahr 394 u.Z. datiert. Danach waren Hieroglyphen fast 1500 Jahre lang nicht mehr verständlich.

Im Jahre 1799 entdeckte ein französischer Leutnant im Fort Raschid im westlichen Nildelta eine 114x76cm große Schieferplatte, auf der eine Lobpreisung für Ptolemäus V. (196 v.u.Z.) in 3 verschiedenen Schriftsystemen (hieroglyphisch, demotisch, griechisch) eingraviert war. Es handelt sich um den berühmten "Stein von Rosette", der schließlich der Schlüssel zur Entzifferung der Hieroglyphen wurde.
Dem 1790 geborenen Jean François Champollion gelang dieses Kunststück. Mit 16 Jahren schrieb er sein erstes Buch "Ägypten unter den Pharaonen" und wurde Mitglied der Pariser Akademie. Mit 19 Jahren ging er als Professor für Geschichte nach Grenoble. Er war derjenige, der verstand, daß es sich bei den Hieroglyphen um keine reine Bilderschrift, sondern eine Kombination aus Konsonanten, Lautzeichen und Sinnzeichen handelt.

Über die Erkenntnis, daß in den Kartuschen Königsnamen eingeschrieben sind, gelang es ihm, aus den Namen "Ptolemäus" (grch.: "PTOLEMAI") und "Kleopatra" die ersten Zeichen zu entschlüsseln. Von da an nahm die Zahl der decodierten Zeichen ständig zu, so daß sie sich heutzutage auch dem ägyptologischen Laien mit ein wenig Initiative und Begeisterung schnell erschließen können. (Quelle: www.astrodoc.net)
 

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