Friedhöfe

Bildquelle: bilder.tibs.at / Dieter Draxl

Es gibt zwei Friedhöfe für mich, die ich immer wieder besuchen werde solange ich gehen kann. Der eine ist in Innsbruck beim Schloss Ambras, der Waldfriedhof am Tummelplatzweg für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges und der andere leider in Wien, sodass ich ihn nur einmal im Jahr betreten kann - denn so oft halte ich mich dort nicht auf - im Wiener Zentralfriedhof. Beide Totengedenkstätten üben auf mich eine enorme Faszination aus, einerseits weil sie mich an mein eigenes Ende erinnern, mich quasi meiner eigenen Vergänglichkeit "ermahnen", andererseits eine Quelle der Ruhe darstellen, die ich sonst nirgendwo finde, egal ob ich nun durch die verfallenden Reihen der jüdischen Grabsteine in Wien wandere oder unter den Bäumen bei den zerbröselnden Holzkreuzen und verrostenden Gefreitenbildchen verweile. Das Schicksal all dieser gefallenen jungen Männer erschüttert mich dann ebenso sehr wie das Wissen um die Vertreibung und Vernichtung der jüdischen österreichischen Bevölkerungsgruppe aus dem mittel - und osteuropäischen Raum durch die Wahnsinnsideen und - taten von Antisemiten, egal ob deutscher, österreichischer, ukrainischer, polnischer oder russischer Nation.

Und dann gibt es noch einige andere berühmte Friedhöfe zu besichtigen - doch ob dazu meine Lebenslänge reichen wird, weiß ich nicht.

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