Frei nach Wilhelm Schüttelbier: Hausübung OR NOT, that's the question?

Bildquelle: bilder.tibs.at/ Education Group

"In der Schule gehören Hausaufgaben zum Alltag. Und das, obwohl die Forschung längst zeigt, dass diese kaum positiven Effekt auf die Leistung der Kinder haben. Wer die Hausübung trotz Bemühungen nicht schafft, schreibt ab.

Hausübungen sind völlig sinnlos. Sie haben absolut keinen Effekt auf die Leistung. Gute Schüler werden dadurch nicht unbedingt noch besser. Und schlechten Schülern hilft das bloße Wiederholen nur wenig. Diese – drastischen – Ergebnisse lieferte zuletzt eine Studie der TU Dresden. Und dennoch: An heimischen Schulen gehören Hausübungen zum Alltag. ... (Quelle: Die Presse, 11. März 2012)

So einfach wird sich das Pro & Contra um die Hausübungen nicht beantworten lassen. Wie, wann und über welchen Zeitraum wurde die Hausaufgabe gestellt? Diente sie der Erarbeitung oder dem bloßen Nachbereiten? Wurde sie korrigiert? Wurden Korrekturen nachträglich überhaupt wahrgenommen und Verbesserungen versucht? Sitzt das Kind in einer Volksschule oder sollte es in der Sekundarstufe I od. II nicht schon selbstverantwortlich arbeiten?

Solche und ähnliche Fragen lassen mich selbst sehr wohl am Sinn von ritualisierten Hausaufgaben zweifeln. Immer stärker nehme ich wahr, wie egal es sowohl vielen Kindern als auch deren Eltern ist, was sie zu tun bzw. zu kontrollieren hätten. Ich sehe auch, wie herzhaft und hektisch jeden Morgen noch schnell ihre Nasen in die Lückentexte ihrer Arbeitsbücher stecken um deren Leere mit flink abgeschriebenen, aber leider beinahe unleserlichen  Zeichen namens Buchstaben ausfüllen, um sich nicht ein Minus bei ihren LehrerInnen abzuholen.

Und je häufiger dies der Fall ist, desto weniger können erledigte Hausaufgaben mit in eine Beurteilung einbezogen werden. Dann gibt es natürlich auch das Gegenteil, also jene Eltern, welche teils die Arbeit für ihre Sprösslinge und teils für sich und ihren persönlichen Ehrgeiz erledigen, was ebenso zu einer Verzerrung des Leistungsbildes führt, denn wer will schon die Eltern beurteilen.

Besonders frustrierend erlebe ich als Sprachenlehrer, dass langwierige Korrekturen von Texten bei vielen SchülerInnen gar keine Reaktionen mehr hervorrufen, da es ihnen einfsch "wurscht" ist was da steht und welche Verbesserungen anzubringen wären. So komme ich persönlich doch immer mehr zum Schluss, dass es sich bei der Stellung von Hausaufgaben doch mehr um ein traditionelles Ritual als um eine Möglichkeit zur Leistungssteigerung - zumindest bei bestimmten Altersgruppen - handelt.

Weiterführende Links (Bitte mit STRG+SHIFt+Mausklick öffnen):

Bildquelle: 
bilder.tibs.at/ Education Group

Suchen