Filmfest St. Anton – Verleihung des Preises

Dolomiten - Foto von Wolfgang Nairz, Filmfest St. Anton
Bildquelle: Filmfest St. Anton - Wolfgang Nairz, Christian Flatz

 

Das 17. Filmfest St. Anton ging am Samstag, den 23.8., mit der Verleihung des mit 2.600,- Euro dotierten und von den Arlberger Bergbahnen gestifteten St. Anton-Spezialpreises zu Ende. Dieser ging an die Polin Eliza Kubarska für den Film „What happened on Pam Island“. Die Verleihung  des Preises wurde wie folgt begründet:

In „What happened on Pam Island“ reist ein Paar von polnischen Alpinisten, Eliza Kubarska und David Kaszilowski, zu den Fjorden des südlichen Grönlands, um die höchste unmittelbar vom Meer aufsteigende Felswand der Welt zu durchklettern. 

Die über 1500 Meter hohe und fast senkrechte Wand ist für die beiden Alpinisten nur mit dem Kajak zu erreichen. Die unbewohnte  archaische Landschaft ist heftigen Stürmen ausgesetzt, die sowohl den Rückzug aus der von Steinschlag bedrohten Wand wie auch den Rückzug über das Meer leicht zu einem lebensgefährlichen Unterfangen werden lassen. In dieser Umgebung, die in Landschaftsbildern von bizarrer Schönheit wie von großer Düsternis filmisch eingefangen wird, entwickelt sich im Film ein komplexes Beziehungsgeschehen.

Die mit der Besteigung verbundenen Anstrengungen und die extreme Ausgesetztheit an Naturgewalten führen die beiden als Alpinisten wie als Liebespaar immer wieder an ihre Grenzen. Im Hinblick auf die folgenreichen Entscheidungen, die sie treffen müssen, sind sie auf das eine wie das andere Mal gezwungen, sich mit ihren Rollen als Partner in einer Liebesbeziehung wie auch als Menschen, die sich zusammengetan haben, ein überaus schwieriges alpinistisches Ziel zu bewältigen, auseinanderzusetzen.

Schlussendlich bewältigen sie als erst zweite Seilschaft überhaupt die gewaltige Wand und begegnen den in ihrer Beziehung sich auftuenden Problemen und Ambivalenzen mit Würde. Sie sind im Film ein starkes und reifes Paar, Eliza Kubarska und David Kaszilowski, und so haben sie am Abschlussabend des 17. Filmfest St. Anton den Preis für ihren Film über die Schönheit und Fremdheit der Welt und die Schönheit und Komplexität der Liebe entgegen genommen.

Preisverleihung beim 17. Filmfest St. Anton

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von links nach rechts: Eva Steinlechner (Arlberger Bergbahnen), Stefan König (Filmfest),  David Kaszilowski und Eliza Kubarska (Darsteller und Preisträgerin), Martin Ebster (TVB St. Anton)
Foto: Christian Flatz, Filmfest

 

In der Gunst des Publikums lag der Film „Soultrip Argentina“ von Martin “ McFly“ Winkler und Hanno Mackowitz über Freeride-Abenteuer in Argentinien vorne und ist damit Gewinner des vom Mooserwirt gestifteten „Mooscar“.

Knapp in der Publikumswertung dahinter lag Eduardo Gellners filmische Darstellung des bisher noch nicht von Erfolg gekrönten Versuches der Südtiroler Martin und Florian Riegler die Villnösser Rotwand frei, ohne technische Hilfsmittel zu durchsteigen („Zwei Brüder - Zwölf Seillängen“).

Bildquelle: 
Filmfest St. Anton - Wolfgang Nairz, Christian Flatz

Suchen