Feriendauer International

Ferien - Elisabeth Kettl (Education Group GmbH)
Bildquelle: bilder.tibs.at, Education Group GmbH

"Auch wenn jedes Jahr im Sommer die Forderung nach einer Verkürzung der Sommerferien aufkommt, liegt Österreich bei der Dauer im europäischen Vergleich nur im hinteren Mittelfeld.

Von jenen 31 Ländern, deren Ferienkalender im Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa "Eurydice" abrufbar sind, haben immerhin 17 Länder großzügigere Ferienregelungen für den Sommer. Nur in acht Ländern haben Kinder und Jugendliche kürzer schulfrei als in Österreich. ..." (Quelle: Die Presse)

Heuer gab es in den Medien keine große Diskussion um die Länge der Sommerferien. Keine Ahnung warum das übliche Gezeter darum nicht ausgebrochen ist, im Gegenteil - die über die Printmedien publizierten Vergleiche mit anderen Nationen zeigen, dass Österreich im Mittelfeld liegt.  

Ich persönlich bin darüber froh, denn die Qualität von langen Ferien liegt meines Erachtens vor allem darin, dass es erlaubt ist, sich nach ein paar Tagen FREI zu fühlen. Manchmal dauert es sogar zwei oder drei Wochen, bis sich das Gefühl einstellt, MENSCH zu sein und nicht bloß LehrerIn oder Dompteur. Dann kann man wirklich beginnen mit der Seele zu baumeln. Dann habe ich wirklich "abgeschaltet". Und eben diese Empfindung sollten auch unsere Kinder entwickeln. Dass sich dabei auch Langeweile breit machen mag manchem Daueraktivisten übel erscheinen, doch so schlecht ist das gar nicht. Umso mehr genießt man dann die Aussicht auf produktive Aktivitäten, die nach den Ferien liegen. Ich bedauere allerdings alle jene Menschen, denen unser Privileg dieser langen Erholungsphase vorenthalten wird. Diese Ungerechtigkeit in der Arbeitswelt verärgert verständlicherweise sehr viele Menschen und lässt manchmal auch den Neid wachsen. Daraus aber die Forderung abzuleiten, dass sich nun alle auf 30 Urlaubstage pro Jahr (oder gar auf 10 bis 14, unbezahlt,  wie in den USA) beschränken sollten, habe ich nicht gemeint. Ganz im Gegenteil - die Anzahl an Urlaubstagen sollte für alle erweitert werden, selbst wenn dieser Wunsch utopisch klingt in Zeiten der überbordenen ökonomischen Zwänge.

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