Exoplaneten - unsere kleinen Nachbarn im All

 Seit knapp zwanzig Jahren können wir nachweisen, dass auch andere Fixsterne Sonnensysteme bilden, also Planeten haben. 1992 wurde der erste Planet außerhalb des Sonnensystems gefunden, 1995 wiederum der erste, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist. 2005 wurde der erste Planet auch optisch nachgewiesen, sprich fotografiert.

Nachdem wir uns lange ganz allein im Universum gefühlt haben und auch die Existenz von fremden Planetensystemen (z.T. auch aus religiösen Gründen) bezweifelt wurde, haben sich in diesen letzten Jahrzehnten die Entdeckungen in atemberaubendem Tempo vervielfacht. Mit Stand vom 2. Februar 2011 kennen wir schon 525 Exoplaneten in 436 Sonnensystemen. Das Bemerkenswerte an dieser Zahl ist: Alle diese Planeten wurden mit Mitteln gefunden, die den Nachweis von erdähnlichen Welten im Abstand von 1 Astronomischen Einheit (Abstand Erde-Sonne) noch nicht ermöglichen und trotzdem kennen wir schon über ein halbes Tausend von ihnen. Noch bemerkenswerter: Die meisten  befinden sich in einer Entfernung von unter 100 Lichtjahren von der Erde, das ist kosmisch gesehen unsere unmittelbarste Nachbarschaft. Wenn nun schon in unmittelbarer Nähe zu uns so viele Planeten existieren, wieviel mehr müssen es dann kosmisch oder auch nur galaxisweit gesehen gesehen sein ?

In den vergangenen Tagen wurde nun ein Sonnensystem (diesmal im Abstand von ca. 2000 Lichtjahren entdeckt, das sechs Planeten enthält. Drei davon sind anders als alle Planeten, von denen wir bisher Kunde gewonnen haben. Die beiden innersten könnten sogar aus Wasser bestehen (aufgrund der anscheinend geringen Dichte).

In Fällen wie diesem, bei denen Hinweise auf Wasser oder andere Grundbausteine des Lebens gefunden werden, stellt sich sofort die Frage nach außerirdischem Leben. Wie könnte es aussehen, wie können wir mit ihm in Kontakt treten, erkennen wir es überhaupt als Leben? Interessant ist zumindest die Frage, wie Religionen mit extraterrestrischem Leben umgehen würden. Während der Buddhismus damit kaum Probleme haben dürfte (es gibt keinen Schöpfergott und Millionen mögliche Lebenswelten), gerieten andere Religionen, die auf lokal enger begrenzte Vorstellungen bzw. Bevorzugung bestimmter Sprachen, Territorien oder Völker beruhen, in Zugzwang kommen.

In jedem Fall - spannend, was sich vor unserer kosmischen Haustüre noch so alles verbergen mag und was wir finden werden, wenn unsere Beobachtungsmittel noch besser und feiner werden.

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