Ernst von Glasersfeld (1917-2010) Radikaler Konstruktivismus: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

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Bildquelle: Universität Innsbruck
Datum: 
20.04.2017, 09:30 - 22.04.2017, 12:00
Ort: 
Claudiana, Herzog-Friedrich-Str. 3, 6020 Innsbruck

Zum 100. Geburtstag von Ernst von Glasersfeld werden aktuelle Forschungsergebnisse präsentiert, die sich der Vergangenheit und Gegenwart des (Radikalen) Konstruktivismus widmen sowie einen Ausblick auf dessen Zukunft versuchen. Eine Vielfalt an Zugängen zum Konstruktivismus wird von Vertretern verschiedener Fachrichtungen, von Freunden und Mitarbeitern von Ernst von Glasersfeld diskutiert werden. 

Die Auseinandersetzung mit seinem Werk nimmt  in vielen Bereichen der Natur-, Kultur- und Sozialwissenschaften weiterhin zu, so etwa in den Kommunikations- und Medienwissenschaften, in der Philosophie, Psychologie, Psychotherapie, Wissenschaftsdidaktik, Ökonomie und Soziologie. 

Ernst von Glasersfeld wurde 1917 in München geboren. Sein Vater war k.u.k. Diplomat, seine Mutter eine erfolgreiche Sportlerin. Die Kindheit verbrachte er in Meran und in einem Internat in der Schweiz. Das Mathematikstudium in Wien musste er 1938 abbrechen. Als Schilehrer und Schirennläufer war er zunächst in Australien und emigrierte dann nach Irland. Dort lebte er als Farmer bis 1945, wurde irischer Staatsbürger und kehrte nach dem Krieg zurück nach Südtirol. Nach einigen Jahren als Kulturredakteur der Zeitschrift Der Standpunkt begann er in Mailand als Forscher in der interdisziplinären Scuola Operativa Italiana im Kreis um Silvio Ceccato zu arbeiten. Als Leiter eines großen Forschungsprojektes im Auftrag der US Air Force zur maschinellen Sprachübersetzung übersiedelte er 1966 in die USA an die Universität von Georgia in Atlanta. Dort entwickelte Ernst von Glasersfeld „Yerkish“, eine erste Symbolsprache zur Kommunikation mit Schimpansen. Beeinflusst von Jean Piaget entwickelte er zusammen mit Heinz von Foerster und Paul Watzlawick, aber auch mit seinen amerikanischen Kollegen Les Steffe und John Richards eine Theorie des Wissens, die er 1974 erstmals als Radikalen Konstruktivismus vorstellte. Nach seiner Emeritierung als Professor für Kognitionspsychologie an der University of Georgia setzte er seine Forschungen am Scientific Reasoning Research Institute der Universität von Massachusetts in Amherst fort. Ernst von Glasersfeld war als Gastprofessor in zahlreichen Universitäten in Europa und in den USA tätig und erhielt viele Auszeichnungen,  darunter das Österreichische Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft I. Klasse, die Goldene Medaille der Stadt Wien, die Wiener Gold Medal der American Society for Cybernetics, den Gregory-Bateson-Award des Heidelberger Institutes für systemische Forschung, Ehrendoktorate der Universitäten Klagenfurt und Innsbruck und von der Universität Quebec in Montreal. Ernst von Glasersfeld starb 2010 in Leverett, Massachusetts. Seit 2012 befindet sich sein Nachlass im Ernst von Glasersfeld Archiv an der Universität Innsbruck.
 

Weiterführende Informationen finden Sie hier

Um Anmeldung an evg-archiv@uibk.ac.at wird gebeten (bis zum 10.04.2017).

Bildquelle: 
Universität Innsbruck

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