Digitale Baustelle - Informatikunterricht in der Sekundarstufe 1

Barnsley Fern
Bildquelle: Wikimedia Commons / The Martin; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Barnsleys_fern.gif

Ich habe meine Lehramtsprüfung 1986 damals noch an der Pädak abgelegt mit einem Commodore PC 10-III und einer Filecard mit 10 MB, die mich 15.000 Ösen gekostet hat, der PC-10 übrigens 26.000 Ösen, 640 KB Arbeitsspeicher und 2 Laufwerken, eines für die Floppies 5 1/4 Zoll und eines für 3 1/2 Zoll.

Wir haben gelernt, wie man mit GW-Basic Spaghetti-Code schreibt und die LOGO-Programmiersprache  des MIT hat uns Ansätze objektorientierten Programmierens vermittelt. Getextet haben wir mit WORD 4 und gerechnet mit Supercalc. Mit meinen Schulklassen bin ich nachmittags in eine Medienwerkstatt gepilgert, welche mit 3 PCs mit Internetanschluss über ein 14 K-Modem ausgerüstet war. Dort durfte ich 20 Kindern an 3 PCs die Vorteile des WWWs erläutern.

Seither hat sich einiges geändert - und diese Veränderungen beschleunigen sich von Jahr zu Jahr. So verwundert es mich nicht sehr, dass auch heute noch im informationstechnischen unterrichtlichen Bereich das pure Chaos herrscht - wenn man die Tenzenden zur Standardisierung hin betrachtet, denn ein/e jede/r InformatikerIn hat unterschiedliche Kenntnisse, unterschiedliche Voraussetzungen und die Ausstattung an den Schulen variiert extrem. Während die eine Schule seit Jahren mit interaktiven Boards und Beamern ausgerüstet ist und 3 gut ausgestattete moderne Informatikräume  besitzt, plagen sich andere mit einem "Maschinenpotpourri" herum, das Seinesgleichen sucht.

Kein Wunder, dass sich viele LehrerInnen mit Freude auf das Angebot des ECDL gestürzt haben - denn eben dieses Chaos wurde durch die klaren Ziele des ECDL etwas gemildert. Dass aber dabei über viele Jahre der Informatikunterricht zu einer reinen MS-Office-Schulung ausgeartet ist, hat man einfach hingenommen (vor allem in der 7. und 8. Schulstufe). Die Wischi-Waschi-Formulierungen im Lehrplan der HS haben außerdem vielen Kindern gar keine informationstechnische Grundausbildung gebracht, denn schulautonome Regelungen ließen eigene Unverbindliche Übungen zu oder auch nicht. So empfinde ich mich auch noch heute mehr als "freischaffender Künstler" als als "standardisierter Informatiklehrer", was mir persönlich nicht so unrecht ist - denn dann kann ich jene Inhalte vermitteln, die ich noch selbst beherrsche - und das ist in Zeiten der immer schneller erfolgenden technischen und inhaltlichen Veränderungen immer schwieriger.

Und frei nach Cato behaupte ich: "Im Übrigen bin ich der Meinung, dass diesbezüglich eine Angleichung angestrebt werden muss, jedenfalls was den IT-Unterricht an der HS und der NMS betrifft."

"An der Situation informatischer, informationstechnologischer und medienpädagogischer Bildung in der österreichischen Sekundarstufe I hat sich seit mehr als zehn Jahren wenig geändert. Im Lehrplan 2000 stiefmütterlich berücksichtigt und der Schulautonomie überlassen, stellt sie sich derzeit inhomogen, unübersichtlich und unkoordiniert dar.

Seit einiger Zeit ist die Welt eine andere, nämlich eine zunehmend digitale. Die SchülerInnen haben den Anspruch, auf diese spätestens in der Sekundarstufe I entsprechend vorbereitet zu werden. Bisher allerdings fehlt es im Bereich der 10-14 Jährigen an einem klaren nationalen Bildungsauftrag und an konkreten Lehrinhalten und Lernzielen für diese Altersgruppe.

Eine Arbeitsgruppe im Auftrag des BMUKK hat sich seit zwei Jahren dieser Herausforderung gestellt. Der "work in progress" kann auf dieser Website mitverfolgt werden. ..." (Quelle: www.informatische-grundbildung.com)

"Innovative Technologien der Information und Kommunikation sowie die Massenmedien dringen immer stärker in alle Lebensbereiche vor. Besonders Multimedia und Telekommunikation sind zu Bestimmungsfaktoren für die sich fortentwickelnde Informationsgesellschaft geworden. Im Rahmen des Unterrichts ist diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen und das didaktische Potenzial der Informationstechnologien bei gleichzeitiger kritischer rationaler Auseinandersetzung mit deren Wirkungsmechanismen in Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen.
Den Schülerinnen und Schülern sind unter Berücksichtigung der ausstattungsmäßigen Gegebenheiten relevante Erfahrungsräume zu eröffnen und geeignete Methoden für eine gezielte Auswahl aus computergestützten Informations- und Wissensquellen zur Verfügung zu stellen...." (Quelle: Aus den Bildungszielen des Lehrplans für HS beim bm:ukk)

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