Die sogenannte Mittelschicht - der Stand der Mitte - einfach Mittelklasse

Bürgerhaus in Langenlois - Wikimedia Commons
Bildquelle: Wikimedia Commons / Clemens PFEIFFER; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:B%C3%BCrgerhaus_%27Kremser_Strasse_9%27_(Langenlois)_02.jpg

"Der Mittelstand liegt nicht in der Mitte. Die meisten Wähler fühlen sich dem Mittelstand zugehörig. Alle Parteien umgarnen ihn, doch die Definitionen liegen weit auseinander. 'Die Entlastung des Mittelstandes' gehört zu den am häufigsten strapazierten Wahlkampfphrasen. Alle Parteien wollen das, über das wie ist man sich nicht einig. Genauso wenig darüber, wer eigentlich der Mittelstand ist. ..." (Quelle: Der Standard, 16.9.2011)

"Laut einer aktuellen Umfrage der Erste-Bank kann ein Viertel der Österreicher pro Monat weniger als 50 Euro auf die Seite legen. Nimmt man jene hinzu, denen weniger als 100 Euro bleiben, spricht man schon fast von der Hälfte der Bevölkerung (47 Prozent). Im Durchschnitt sparen die Österreicher laut jüngster Studie der Oesterreichischen Nationalbank pro Monat 114 Euro (zum Vergleich: in der Schweiz sind es im Schnitt fast 400 Euro). In der Realität drücken sich diese Zahlen so aus: „Das Auto darf nicht eingehen oder das Dach einen Schaden haben, sonst wird's eng“, sagt K. ...

... Wie es der Mittelschicht finanziell tatsächlich geht, ist in Österreich nicht untersucht. In der Schweiz dagegen ging im heurigen Sommer eine groß angelegte GfS-Studie der Frage „Wie geht es den Mittelschichtfamilien?“ nach und kam zu dem Schluss: Nicht allzu gut. Ein „erheblicher Teil“ (zwei Fünftel) bewege sich „am finanziellen Limit“. Ähnliche Ergebnisse gibt es aus Deutschland.

In Österreich ist das nicht viel anders, glauben Experten. „Viele Familien leben an der Kippe“, meint Gudrun Biffl, Wirtschaftsprofessorin an der Universität Krems. Sie spricht von einem „Druck auf die Mitte“, weil die Lebenshaltungskosten in den vergangenen Jahren stärker gestiegen seien als die Einkommen.

Dazu kommen die staatlichen Belastungen. Die Mittelschicht umfasst grob definiert Personen mit einem monatlichen Einkommen zwischen 2000 und 5000 Euro brutto, laut Lohnsteuerstatistik 2009 sind das etwa 1,4 Millionen Menschen. Diese 35Prozent der Berufstätigen finanzieren den Staat. Sie kommen für 55,5Prozent der Lohn- und Einkommensteuer auf und bezahlen 58Prozent der Sozialabgaben. Bei den indirekten Steuern (Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, Tabaksteuer usw.) beläuft sich ihr Beitrag auf mehr als 60 Prozent. ..." (Quelle: Die Presse, 30.10.2011)

"2010 waren 12% der Bevölkerung armutsgefährdet. Hochgerechnet auf die österreichische Gesamtbevölkerung liegt dieser Wert mit 95% Vertrauenswahrscheinlichkeit zwischen 11,0% und 13,2%, bzw. können zwischen 912.000 und 1.096.000 Österreicherinnen und Österreicher als armutsgefährdet bezeichnet werden. 4% der Gesamtbevölkerung sind erheblich materiell depriviert und 6% (nur Personen unter 60 Jahren) leben in (nahezu) Erwerbslosenhaushalten. Insgesamt ist in Österreich somit von rund 1,4 Millionen Ausgrenzungsgefährdeten nach Definition der Europa 2020-Strategie auszugehen, das entspricht 17% der Gesamtbevölkerung. " (Quelle: Statistik Austria)

"Der Selbstbetrug der Mittelschicht geht trotz Finanzkrise weiter. Ungleiche Gesellschaften verschärfen Krisen. Die Mittelschicht betrügt sich weiter selbst, sagt Herrmann. In der Vergangenheit habe sie für Steuer- und Sozialgesetze gestimmt, die der Oberschicht und eben nicht der Mittelschicht dienen. In der Finanz- und Bankenkrise habe sie die Rettung der großen Vermögen mitgetragen - zu Lasten der Allgemeinheit. Indem sich die Mittelschicht mit den Eliten solidarisiere und sich von der Unterschicht abgrenze, schade sie sich weiter selbst. ..." (Quelle: www.kontext-tv.de)
 

Weiterführende Links (Bitte mit STRG+SHIFT+Mausklick öffnen):

Bildquelle: 
Wikimedia Commons / Clemens PFEIFFER; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:B%C3%BCrgerhaus_%27Kremser_Strasse_9%27_(Langenlois)_02.jpg

Suchen