Der Jakobsweg durch Tirol

Dom zu St. Jakob in Innsbruck
Bildquelle: bilder.tibs.at/Ulrike Voss

Wo beginnt der Jakobsweg? Die Spanier geben darauf die Antwort: „El camino comienza en su casa.“ – Der Weg beginnt zu Hause. Ziel des Jakobsweges ist die Pilgerstätte Santiago de Compostela in Galicien im nördlichen Spanien.Dort befindet sich das vermeintliche Grab des Apostel Jakobus d. Ältere. Während des Mittelalters war Santiago de Compostela neben Jerusalem und Rom ein Hauptziel der christlichen Pilgerreisen.

Für viele Jakobspilger ist das eigentliche Ziel ihrer Reise das Kap Finisterre 60 Kilometer westlich von Santiago de Compostela. Der westlichste Punkt des europäischen Festlandes liegt allerdings nicht am Kap am „Ende der Erde“ (Finisterre), sondern in Portugal am Cap da Roca.

Die Wege der Jakobspilger gehen durch ganz Europa und auch durch Tirol.
In Tirol führen drei Jakobswege nach Westen:

  • Der Weg von Norden geht über Kufstein durch das Inntal nach Innsbruck und weiter auf den Arlberg.
  • Der Weg von Osten führt vom Drautal nach Lienz, durch das Pustertal nach Innichen und Bruneck und nördlich von Brixen ins Eisacktal, wo er in den Weg von Süden mündet.
  • Der Weg von Süden geht von der Salurner Klause über Bozen, Brixen und Sterzing zum Brenner und weiter nach Innsbruck.

In Innsbruck ist der Dom zu St. Jakob in der Altstadt ein bedeutendes Pilgerzentrum. In der Dompfarre kann der Pilger mit der Jakobsgemeinschaft zusammentreffen und in der Sillgasse in der Pilgerherberge übernachten.

Alle Pilgerherbergen in Tirol sind auf der Website „Jakobsweg Tirol“ aufgelistet. Auf dieser Plattform können über eine interaktive Karte Detailinformationen zu den einzelnen Etappen und Varianten des Jakobsweges abgerufen werden und es gibt neben vielen anderen Tipps sogar eine Packliste für die Pilger und Freizeitwanderer.

Wer sich von der Jakobsgemeinschaft oder dem Verein zur Förderung der Jakobswege einen Pilgerpass ausstellen lässt, erhält in den als Pilgerherberge ausgewiesenen Unterkünften teilweise vergünstigte Preise.

Das Symbol der Jakobspilger ist die Jakobsmuschel, die als Kennzeichen auf allen Jakobswegen zu finden ist. Auf modernen Wegschildern ist die Muschel in stilisierter Form auf blauem Hintergrund abgebildet. Der Legende nach soll ein frommer Ritter beim Kap Finisterre vom Hl. Jakobus aus dem Meer gerettet worden sein. Der Ritter war über und über mit Muscheln bedeckt, so wurde die Muschel das Zeichen der unzähligen Pilger, die zum Grab des Hl. Jakobus nach Santiago de Compostela wanderten.

Der gebürtige Innsbrucker Peter Lindenthal hat mehrere Bücher zum Thema „Jakobsweg“ herausgebracht. Er hat die mittelalterlichen Routen der Pilger erforscht und in seinen Publikationen unter anderem einen Wander-, Pilger- und Kulturführer erstellt, in dem die Pilgerwege durch Österreich dargestellt sind. Dort, wo die ursprünglichen Wege nicht mehr begehbar sind, etwa weil sie in vielbefahrene Straßen verwandelt wurden, weicht die Pilgerroute auf Wald- und Feldwege aus.

Wer sich als Pilger auf den Jakobsweg begibt, sieht in diesem Weg nicht nur eine Wanderung durch die Natur, die Erholung und Ausgleich zum Alltag bringt, sondern auch eine spirituelle Wanderung, die als ein Weg zu sich selbst verstanden werden kann.

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