Demokratie im Dämmerzustand?

Athene vor dem Österreichischen Parlament
Bildquelle: bilder.tibs.at (Anton Prock)

Der 10. Jahrestag von 9/11 naht, die Medien sind gefüllt mit Beiträgen über die Hintergründe und den Ablauf dieser Wahnsinnstat, das norwegische Massaker im Juli dieses Jahres ist beinahe wieder vergessen, der Telecom-Korruptionsskandal dominiert die innenpolitische Berichterstattung und die SPÖ dementiert vorgezogene Neuwahlabsichten.

Wir haben uns beinahe daran gewöhnt, dass wir vor dem Besteigen eines Aeroplans die Schuhe ausziehen, den Gürtel abschnallen, die Geldtasche offenlegen, den Schlepptop aus dem Handgepäck befreien, keine Wasserflasche mitnehmen, vergessene Shampoobehälter im Müllcontainer an der Securityschranke entsorgen, das Taschenmesser rechtzeitig im Bulk-Luggage verstauen, unsere Cellphones überwachen lassen, jede angesteuerte IP-Adresse beim Surfen für 6 Monate gespeichert finden, jede unserer Positionsänderung per GPS überprüfen lassen und so fort.

Die Fiktion von George Orwells Roman 1984 scheint uns teilweise im Heute sogar überholt zu haben. Sind wir freiheitsmüde geworden? Unterwerfen wir angeblichen Demokraten uns der Diktatur der Gegebenheiten? Was dürfen wir noch bestimmen? Durften wir es überhaupt jemals? Was würde der Wegfall eines demokratischen Systems für uns bedeuten? Woraus hat sich diese Form der Gesellschaftsordnung überhaupt entwickelt? Ist es wert, für sie zu kämpfen?

Die Beiträge, die in den kommenden Tagen erscheinen werden, sollen uns vielleicht helfen, mit jener Politikverdrossenheit besser umzugehen, die sich bei vielen MitbürgerInnen in den letzten Jahren breitgemacht hat - und welche die großartigen Errungenschaften eines demokratischen Staatswesens wie des unseren ernsthaft bedrohen könnte. Wehret den Anfängen.

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