Creative Commons - klare Lizenzrechte bei Veröffentlichungen

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Bildquelle: bilder.tibs.at

Sicherheit bei der Verwendung von Bildern

Für Studierende, Lehrende und Forschende an der Pädagogischen Hochschule bzw. der Universität ist das Recherchieren im Internet ein selbstverständlicher Teil ihrer täglichen Arbeit geworden. Für die Erstellung von Arbeitsblättern, Seminararbeiten, Diplom- oder Bachelorarbeiten bietet das Internet neben den Bibliotheken eine unerschöpfliche Quelle an Informationen. Es gibt kaum jemanden, der nicht schnell mittels einer Suchmaschine im world wide web nach einem Begriff oder nach Bildern sucht bzw. Online-Kataloge durchstöbert. Nicht selten werden dabei gefundene (Teil-)Ergebnisse 1:1 übernommen. Sehr oft erfolgt dies ohne klare Quellenangaben.

Bildersuche über Google

So liefert uns die Suchmaschine Google™[1] tausende von Bildern, die den zu erstellenden Text optisch beleben, auflockern oder zur besseren Verständlichkeit beitragen. Die wenigsten achten darauf, dass neben jedem gefundenen Vorschaubild folgender Hinweis zu finden ist: "Das Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt." Zusätzlich zeigt Google™ immer den Link auf die Internetquelle, doch in den seltensten Fällen ist dort ein Hinweis angeführt, ob und zu welchen Bedingungen das Bild verwendet werden darf. Außerdem ist normalerweise nicht ersichtlich, ob das Bild tatsächlich ursprünglich von dieser Quelle stammt.

Bildersuche Google Screenshot

Abbbildung: Screenshot der Bildersuche mit Suchoptionen bei Google

In der Zwischenzeit wurde die Bildersuche bei Google stark verfeinert. Über die Schaltfläche Suchoptionen lässt sich konkret definieren nach welchen Lizenzbedingungen gesucht werden soll.

Während Lizenz- und Copyrightverletzungen in Industrie und Wirtschaft immer schon streng geahndet wurden, ist der nichtkommerzielle Bildungsbereich – quasi als Grauzone – bisher größtenteils verschont geblieben. In den letzten Jahren ist jedoch eine steigende Tendenz an professioneller Verfolgung derartiger Verstöße zu registrieren. Scheinbar orten manche Firmen hier eine neue Einnahmequelle und setzen beispielsweise eigene Webcrawler[3] ein, welche das Internet gezielt nach bestimmten Inhalten oder Bildern durchsuchen. Es tauchen vermehrt eigens gegründete Firmen auf, die sich auf diese Thematik spezialisieren und eng mit Anwaltskanzleien zusammenarbeiten.

Für Studierende und Lehrende der Pädagogischen Hochschule bzw. der Universität ist es daher unbedingt erforderlich, über die Bedeutung von Urheber-, Nutzungs- und Verwertungsrechten grundlegende Kenntnisse zu besitzen. Selbst dann, wenn das erstellte Material vorerst für einen „internen“ Bereich gedacht ist, kann nicht sichergestellt werden, ob die digital erstellten Unterlagen letztlich nicht doch im Internet auffindbar sind.

Der vermehrte Einsatz von Lernplattformen und die dadurch ermöglichten verschiedenen Zugänge zu digitalen Materialien erhöhen die Brisanz in lizenzrechtlichen Fragen zusätzlich. So werden manchmal ursprünglich mit Zugangsschlüsseln geschützte Kurse später öffentlich zugänglich gemacht, wodurch auch alle dort abgelegten und verlinkten Dokumente mit den eventuell nicht einwandfreien Quellen- und/oder Lizenzangaben plötzlich öffentlich und damit auch für die weiter oben erwähnten Webcrawler auffindbar werden.

Wie sollen sich jedoch Studierende Sicherheit in diesen Fragen verschaffen, ohne ein Rechtsstudium absolvieren zu müssen? Eine sehr gute Informationsquelle bietet das RIS[4] des Bundeskanzleramtes. Aber selbst das relativ einfache Urheberrecht stellt ein seitenlanges Kompendium juristischer Texte dar.

Urheberrecht[5]
Auf den Punkt gebracht liegen die Rechte eines Werkes, egal ob es sich um Text, Bild, Musik, etc. handelt, grundsätzlich immer beim Autor/bei der Autorin. So darf beispielsweise ein bei einer Fotografin erstelltes Passfoto nicht ohne deren Zustimmung auf einer Webseite angezeigt werden, da dies nicht dem ursprünglichen Zwecke dient.

Nutzungs- und Verwertungsrechte
In der Praxis ist leider festzustellen, dass Lehrerinnen und Lehrern das Bewusstsein für Nutzungs- und Verwertungsrechte beinahe gänzlich fehlt. Vielfach herrscht die Meinung vor, dass alles, was im Internet gefunden wird, automatisch frei verfügbar ist. So wird fälschlicherweise das Vervielfältigungsrecht aus geschützten Werken für den Schulgebrauch (Vgl. § 42 Abs. 6 UrhG ) auch auf Internetressourcen angewendet. Daher ist die deutliche Kennzeichnung der Rechte ein wesentliches Merkmal qualitativ hochwertiger Metadaten[6] , wie dies z. B. in der schon erwähnten con•take erfolgt.

Es mag wohl jeder Person einleuchten, dass ein/e Autor/in, welche/r von seinen/ihren Büchern leben muss, diese nicht kostenlos zur Verfügung stellen kann. Daher wird meistens ein Verlag beauftragt, welcher die entsprechenden Nutzungs- und Verwertungsrechte regelt. Grundsätzlich handelt es sich auch bei den im Internet auffindbaren Informationen um geistiges Eigentum, dessen Nutzung an bestimmte Bedingungen gekoppelt sein kann. 

Eine für den schulischen Kontext sehr erfreuliche Entwicklung zur Lösung dieser Problematik ist die Creative Commons Bewegung.

Creative Commons - „Share, Remix, Reuse — legally.
Creative Commons is a nonprofit organization that increases sharing and improves collaboration.“[7]
So liest es sich auf der offiziellen Website der weltweiten Creative Commons Bewegung. Da jedes kreative Werk aufgrund des Urheberrechtes automatisch geschützt ist, sollen möglichst viele Urheber/innen und Autoren/Autorinnen motiviert werden, ihre Werke auch anderen bereitzustellen. Davon können auch Lehrer/innen und Lernende profitieren, indem sie vorhandene Unterlagen und Materialien unter einwandfreien rechtlichen Bedingungen erhalten und diese eventuell nach einer Adaptierung unter denselben Bedingungen wieder der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Es gibt sechs Hauptlizenzen, die jeweils mit den gesetzlichen Bestimmungen des Landes abgestimmt sind. Für den schulischen Bereich ergibt sich dadurch eine optimale Möglichkeit, unter Wahrung der Urheberrechte von Lehrerinnen/Lehrern erstellte Unterrichtsmaterialien anderen Kollegen/Kolleginnen z. B. über Repositorien zur Verfügung zu stellen.

CC-Lizenz vergeben
Die Vergabe der Creative Commons Lizenz ist denkbar einfach. Der Vorgang ist auf der Webseite http://www.creativecommons.org bzw. http://www.creativecommons.at genau beschrieben. Mit wenigen Klicks kann die gewünschte Lizenzierungsart gewählt werden. Es stehen verschiedene grafische Symbole zur Verfügung, welche auf der eigenen Website oder direkt bei der Lernressource bzw. im Text integriert werden können.

Diese Symbole sind weltweit einheitlich und weisen sofort auf das Vorhandensein einer CC-Lizenz hin. Normalerweise sind diese Symbole verlinkt und auf der sich in Folge öffnenden Webseite werden weitere Details zum Lizenzvertrag angeführt, welcher in ca. 50 Sprachen vorliegt. Studierende und Lehrende könnten die von ihnen erstellten Texte mit dieser Lizenz[7]
 versehen und umgekehrt derartig ausgewiesene Ressourcen aus dem Internet für den eigenen Gebrauch nützen.

Abbildung 2

Ein konkretes Beispiel für den Einsatz der CC-Lizenz liefert die neue
Bilderdatenbank bilder.tibs.at.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Daher werden Bilder gerne und häufig eingesetzt, um Sachverhalte besser darstellen und vermitteln zu können. Dabei greifen jedoch die wenigsten auf eigenes Bildmaterial zurück, weil im Internet Millionen von Bildern zu finden sind und diese inzwischen auch von weniger geübten Usern schnell und einfach downloadbar sind. Selten wird allerdings überprüft, ob das Bild für den geplanten Einsatz auch tatsächlich verwendet werden darf.

Hier setzt nun ein kürzlich gestartetes Projekt des Autors an. Um Studierenden und Lehrenden Sicherheit bei der Verwendung von Bildern aus dem Internet zu geben, wurde am Tiroler Bildungsservice ein frei zugängliches Repository mit Bildern (Fotos und Grafiken) installiert, welche einer eindeutigen Creative-Commons-Lizenz unterliegen und daher im nicht kommerziellen Bildungsbereich bedenkenlos einsetzbar sind. Über eine Suchmaske sind die Bilder nach verschiedenen Kriterien abruf- und am eigenen PC speicherbar. Besitzer eines Accounts im Tiroler Schulnetz (TSN), also auch alle Studierenden und Lehrenden der Pädagogischen Hochschule Tirol können selbst Bilder mittels eines Uploadassistenten in den Pool hochladen und mit Metadaten beschreiben. Die einwandfreie Authentifizierung ist über die zentrale Userverwaltung im TSN gewährleistet, die Zuweisung der CC-Lizenz erfolgt automatisch und ist für alle Bilder ident.

Lizenzangabe am hochgeladenen Bild

Abbildung 3: Beschreibung und CC-Lizenz aus bilder.tibs.at

Aus der CC-Lizenz geht eindeutig hervor, wie und zu welchen Bedingungen das Bild verwendet werden darf. Der folgende Wortlaut ist direkt dem Lizenzvertrag aus der Website entnommen. Mit einem Klick auf die angezeigte Lizenz werden Sie direkt zu Creative Commons und den dortigen Lizensierungsinformationen weitergeleitet.

Sie dürfen:

  • das Werk vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen
  • Bearbeitungen des Werkes anfertigen

Zu den folgenden Bedingungen:

  • Namensnennung. Sie müssen den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen.
  • Keine kommerzielle Nutzung. Dieses Werk darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.
  • Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Wenn Sie dieses Werk bearbeiten oder in anderer Weise umgestalten, verändern oder als Grundlage für ein anderes Werk verwenden, dürfen Sie das neu entstandene Werk nur unter Verwendung von Lizenzbedingungen weitergeben, die mit denen dieses Lizenzvertrages identisch oder vergleichbar sind.

Diese Bedingungen sind bei den beschreibenden Daten (Metadaten) angefügt und über folgendes Symbol aufrufbar:

Abbildung 4: Lizenzierungsbeispiel 1

Besondere Sorgfalt ist beim Veröffentlichen von Personenbildern erforderlich. Es muss eindeutig geklärt sein, ob das Persönlichkeitsrecht nicht verletzt wird. Wie schon weiter oben beim Passbild erwähnt, umfasst das Eigentum an den Fotos nicht auch die urheberrechtliche Verwertungsbefugnis. Weiters ist neben den Nutzungs- und Verwertungsrechten auch das Recht des Abgebildeten am eigenen Bild zu beachten. Hierbei handelt es sich um ein Persönlichkeitsrecht, das zwar im Urheberrechtsgesetz (§ 78 Abs. 1 UrhG) geregelt ist, vom Urheberrecht selbst jedoch völlig unabhängig ist.

Das Recht am eigenen Bild besteht darin, dass Bildnisse von Personen nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht oder verbreitet werden dürfen, wenn dadurch berechtigte Interessen des Abgebildeten verletzt würden. Um die Frage zu lösen, ob vorab die Zustimmung des Abgebildeten einzuholen ist, muss daher objektiv geprüft werden, ob durch die Veröffentlichung schutzwürdige Interessen verletzt würden. Dabei darf man sich nicht auf eine alleinige Betrachtung des Bildes beschränken, vielmehr müssen Bildunterschriften, Begleittext bzw. der Zusammenhang ganz allgemein beurteilt werden. Im Zweifelsfall ist es jedenfalls ratsam, die Zustimmung des Abgebildeten einzuholen.

Abschließend sei nochmals darauf hingewiesen, dass das Arbeiten im Bildungsbereich kein Freibrief dafür ist, sich über bestehende Urheber-, Nutzungs- und Verwertungsrechte hinwegzusetzen. Eine Lizenzierung über Creative Commons bietet sich aber gerade im Bildungsbereich als rechtlich einwandfreie und saubere Lösung an. Zur Demonstration ist dieser Artikel mit folgender CC-Lizenz versehen.

 

Abbildung 5: Lizenzierungsbeispiel 2

Dieses Dokument ist unter der „Creative Commons License“ mit den Attributen „Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 3.0 Österreich“ lizenziert.

Eine Kopie der Lizenz kann unter http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/at eingesehen werden.

(Quelle: Robert Mader, teilweise überarbeitet von Dieter Draxl)

[1] Suchmaschine: http://google.at
[2] http://www.tibs.at
[3] Definition:
http://de.wikipedia.org/wiki/Webcrawler
[4] RIS – Rechtsinformationssystem: http://www.ris.bka.gv.at/
[5] Urheberrecht: http://www.internet4jurists.at/gesetze/bg_urhg2a.htm
[6] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Metadaten
[7] http://creativecommons.org
[8] CC-Logos: http://creativecommons.org/about/downloads

 

Bildquelle: 
bilder.tibs.at

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