Burschenschaft Hysteria - ein Satireprojekt?

Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:29-_Imperatriz_rainha_D._Leopoldina.jpg

Die akademische Burschenschaft Hysteria ist ein feministisches Satireprojekt, das real existierende Burschenschaften kopiert und zu der Männer keinen Zutritt haben. Obfrau ist Stefanie Sargnagel, Autorin und Gewinnerin beim Österreichischen Kabarettpreis 2017. Gestiftet wurde Hysteria nach Eigendarstellung bereits 1810 von Leopoldine von Österreich, der Gattin des gewaltbereiten Kaisers von Brasilien Dom Pedro, dessen unmoralischer Lebenswandel in krassem Gegensatz zur humanistischen Bildung seiner Frau stand.

Auch wenn die Hysteren nicht mit der Bezeichnung "Satireprojekt" einverstanden sind, so werden alle den Burschenschaften üblicherweise zugeordneten Eigenschaften konterkariert und zeigen -trotz der deutlich werdenden Tragik von patriarchalischen Burschenschaftsideologien- eine humoristische Ausdrucksweise.

Die Anhängerinnen von Hysteria beziehen sich auf den etymologischen Ursprung des Wortes Burse, der die Gesamtheit der Studenten miteinbezieht. Ziel der Vereinigung ist das "goldene Matriarchat". Aktuell haben mehr als 30 000 Personen auf Facebook mit "Gefällt mir" markiert. Die Hysteria möchte Männern Angst machen und wünscht sich den Rückzug von Männern ins Private. Mit Plakaten und Parolen wie "Mein Mann bleibt daham!" (in Frakturschrift) unterstreichen die Burschenschafterinnen der Hysteria ihre Forderung nach Einschränkung des Männerwahlrechts und die Aberkennung von Fußball als "richtigen Sport".

Ihre Statuten, ihre Pflichten und Forderungen sowie ihr Burschenschaftslied finden sich in der Kampfschrift "Mein Mampf". Als "wahre Hüterinnen der österreichischen Kultur und Tradition" sehen sie sich in der Tradition der Burschenschaften, die von Sexismus und Antifeminismus getragen wird. In diesem Sinne wird eine Frauen und Transgenderquote in öffentlichen Ämtern von 80 Prozent verlangt.

Auch beim sogenannten Akademikerball, den sie als "Männererziehungs- und Männerschutzball" bezeichnen, traten die Hysteren in Erscheinung. 2016 wurde überraschend ein ihr Wappentier zeigendes Transparent enthüllt. 2018 zogen sie festlich bekleidet in Wichs, der Galakleidung der Verbindungsstudenten mit rotem Deckel und über 700 Teilnehmerinnen Richtung Hofburg.

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