Bildungsbericht der Statistik Austria 2009/10

Statistik Austria - Entwicklung der Zahl der SchülerInnen
Bildquelle: Statistik Austria

"Bildung in Zahlen 2009/10 gibt einen Einblick in die Bildungssituation in unserem Land. Ergebnisse und Kenngrößen aus verschiedenen Statistiken werden von der STATISTIK AUSTRIA in Form von Texten, Tabellen und Grafiken dargestellt und bieten Informationen zu unterschiedlichen Bildungsbereichen wie Schul- und Hochschulwesen, Erwachsenenbildung, Bildungsverläufe, den Bildungsstand und staatliche Bildungsausgaben.

Im vorliegenden Band Schlüsselindikatoren und Analysen werden ausgewählte Bildungsindikatoren mit kurzen analytischen Hintergrundtexten, die einen umfassenden Überblick über die Bildungssituation in Österreich verschaffen, grafisch aufbereitet dargestellt. In einem eigenen Kapitel finden sich Charakteristika der Bildungssituation der neun Bundesländer. Ergänzend dazu bietet ein eigener Tabellenband umfangreiche Detaildaten aus den Bereichen Schul- und Hochschulstatistik und zusätzlich Eckdaten zum Bildungsstand der Wohnbevölkerung und zu staatlichen Bildungsausgaben." (Quelle: www.statistik.at)

Folgt man als aufmerksamer Zeitungsleser den Meinungen der JournalistInnen - und hat man so nebenbei auch noch Kinder im schulpflichtigen Alter - und ist man obendrein noch als "anständiger Österreicher" ein wenig "ausländerskeptisch", um nicht xenophob als zu harten Ausdruck verwenden zu müssen, dann, ja dann sollte man ehestens seine Kinder an einer AHS - Unterstufe unterbringen oder einer entsprechenden Privatschule, denn Hauptschulen (und dann wohl auch die umgetauften NMS) seien dieser Diktion nach der direkte Weg zum Verlust der sogenannten "Bildungskarriere".

Ich als Diplom-Pädagoge und früherer Fachlehrer sollte eigentlich auf der Stelle mein berufliches Umfeld ändern, schleunigste "mastern" in Chemie und Physik (wenn mein Gehirn dies noch bewältigen kann - hier braucht man auch an der AHS noch LehrerInnen), und nicht mehr als "Bildungskarrierevernichter" an einer HS und NMS tätig sein. Das Gymnasium als einziger Weg zum Heilszustand der Bildungskarriere - man spürt es allenthalben und überall, außer man befindet sich in der Lage eines Seitentales, in dem der Anreiseweg zur nächstgelegenen Unterstufe einem Kind dieser Alterstufe (Sekundarstugfe 1) einfach nicht zumutbar ist.

Seltsam  - und doch auch ermutigend - ist jedoch die Tatsache, dass selbst Frau Margit Fessler, Direktorin des neuen 5. Gymnasiums in Innsbruck, in einem Kommentar der TT eher einer gemeinsamen Schule der 10-14-Jährigen das Wort spricht. Wörtlich schreibt sie in ihrem Gastkommentar vom 11. März auf Seite 4: " ...Und so starren wir alle Jahre wieder auf die selben Zahlen, die die Ungerechtigkeit der Bildungschancen dokumentieren, und gleichzeitig wissen wir genau, was es braucht um dies zu ändern. Doch viele sind erschöpft von der Kraftanstrengung, die es braucht, um über Parteigrenzen und Ideologien hinweg gemeinsam Schulen zu schaffen mit all dem was diese Orte liebenswert macht. Die Bedürfnisse der Lernenden würden uns aber den Weg weisen."

Bis es aber so weit ist, werden Herr und Frau Österreicher weiterhin versuchen, ihre Sprösslinge an Gymnasien unterzubringen, in der Hoffnung, höhere MigrantInnenanteile in Klassen zu vermeiden, selbst mit dem Wissen, dass manche ihrer Kinder den Anforderungen einer gymnasialen Unterstufe nicht gerecht werden können - und sie werden weiterhin auf VolksschullehrerInnen Druck ausüben, möglichst viele Einsen zu vergeben im Abschlusszeugnis, damit eine drohende Aufnahmeprüfung vermieden werden kann. "Der Plebs soll unter sich bleiben."

Und wir HS-und NMS-LehrerInnen werden weiterhin versuchen unmögliche Bildungskarrieren zu ermöglichen, selbst wenn zahlreiche JournalistInnen uns schon längst abgeschrieben haben - bzw. nicht uns, sondern jene zukünftigen "Karrieristen", denn auch in meinen HS - Klassen gab es  Personen (und wird es weiterhin geben), welche ihr Abitur und so manchen Magistertitel später erlangt haben - auch wenn sie die Unterstufe eines "gymnasialen Bildungstempels" nie von innen erleben und erfahren durften.

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