Bargeldabschaffung - wollen wir das wirklich?

NFC-Machine
Bildquelle: Wikimedia Commons; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nfc_machine.jpg; Urheber: http://www.infowester.com/nfc.php; 7.6.2015; Dieter Draxl

"Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Zurückdrängung von Bargeld in den skandinavischen Ländern schon weit fortgeschritten. Beispielsweise zahlt die Bevölkerung in den nordischen Ländern viel bereitwilliger mit Karte als die Österreicher oder die Südeuropäer. Einzelne Gruppierungen in Skandinavien, wie Banken, Steuerbehörden, Polizei, Handelsorganisationen oder Gewerkschaften, vertreten die Idee einer „cashless society“ vehement. Die Angst vor einem Überwachungsstaat sowie vor einem möglichen Verlust der privaten Freiheit kennen dort die wenigsten, da das Vertrauen in den Finanzsektor überdurchschnittlich hoch ist.

Auch wenn die Durchführung der Abschaffung des Bargelds im nächsten Jahrzehnt in keinem Land Europas realistisch erscheint, wird in einigen EU-Staaten die Verwendung von Bargeld – oftmals mit der Begründung „Kampf gegen den Terror“ – stark eingeschränkt. Beispielsweise sollen in Frankreich ab September Barzahlungen ab 1.000 Euro verboten werden. In Griechenland und Spanien sind Barzahlungen über 1.500 Euro beziehungsweise 2.500 Euro bereits verboten. In Belgien dürfen Waren, die mehr als 5.000 Euro kosten, nicht mehr bar bezahlt werden. Auch die Verwendung von Scheinen und Münzen für den täglichen Gebrauch nimmt europaweit kontinuierlich ab. ..." (Quelle: Julius Raab - Stiftung; 7.6.2015)

"Debitkarten für Siebenjährige

Aus Kundensicht ist das Ende des Cash die logische Fortschreibung der eigenen Gewohnheit. Die meisten Skandinavier tragen schon lange kein Bargeld mehr bei sich und waren seit Jahren nicht mehr in einer Bank. Das Sackgeld überweist man den Kindern (in Norwegen dürfen Siebenjährige mit der Debitkarte zahlen). Auch der Aussicht auf lückenlose Speicherung aller persönlichen Ausgaben stehen die meisten Leute vergleichsweise gelassen gegenüber. Dahinter steht die Überzeugung, dass man dem Staat, den Behörden und im Grunde auch den Banken vertrauen kann. Wenn Kritik laut wird, dann höchstens an der unzureichenden IT-Infrastruktur in abgelegenen Landstrichen...." (Quelle: www.credit-suisse.com; 7.6.2015)

Ich sehe schon meinen Schulwart Salzstangerl verkaufen und die Kids ihr Handy hinhalten. Jedem Baby seine Debit-Card. Bald werden die Hautregionen um die Handgelenke gespickt sein mit irgendwelchen NFC-Chips. Unsere Banken jedenfalls freut es, das ist so gut wie sicher. Nie mehr müssen sie Geld herausrücken - sie können es immer sofort verspekulieren bzw. "gut" anlegen. Und wenn dann mal eine herzerfrischende Diktatur unser Leben bestimmen sollte, dann haben sie den Geldhahn schnell zugedreht. Wie schnell das bargeldlose Zahlungssystem politisch benutzt werden kann ersieht man aus den gesperrten russischen Kreditkarten im Zuge der US-Sanktionen. Alles hat seinen Preis, auch die angeblich so schrankenlose Cash-free Society.

Weiterführende Links (Bitte mit STRG+SHIFT+Mausklick öffnen):

Bildquelle: 
Wikimedia Commons; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nfc_machine.jpg; Urheber: http://www.infowester.com/nfc.php; 7.6.2015; Dieter Draxl

Suchen