Amy Chuas 'Die Mutter des Erfolgs' oder 'The Battle Hymn of the Tiger Mother'

Tiger (Reinhold Embacher, bilder.tibs.at)"Der aktuelle Stand der Besprechungen lässt den Verdacht aufkeimen: Amy Chuas Die Mutter des Erfolgs ist derzeit zwar eines der meistbesprochenen, gleichzeitig eines der am seltensten gelesenen Bücher. Sonst könnte es nämlich nicht so fundamental als Erziehungsratgeber und Hohelied auf die "chinesischeMutter" missverstanden werden. Da schreiben ironieresistente Rezensenten emsig voneinander ab, immer dieselben Zitate, immer aus dem Zusammenhang gerissen - etwa jenes, dass eine der Töchter bereits mit drei Sartre in englischer Übersetzung gelesen habe. ...

...Vielleicht kopieren Instantrezensenten künftig eher Zitate vom Buchende. Da sagt die Tochter: "Klasse, Ma, sehr witzig, ich weiß bloß nicht, über wen du schreibst - unsere Familie jedenfalls nicht."(Quelle: Der Standard, Andrea Schurian)

"Sophia and Louisa, were never allowed to do:

  • attend a sleepover
  • have a playdate
  • be in a school play
  • complain about not being in a school play
  • watch TV or play computer games
  • choose their own extracurricular activities
  • get any grade less than an A
  • not be the No. 1 student in every subject except gym and drama
  • play any instrument other than the piano or violin
  • not play the piano or violin." (Quelle: WallStreet Journal)

PS: Wer's glaubt wird selig. Da hatte die Dame mal wohl etwas Glück, aber ihr Karma wird sie schon wieder einholen, da bin ich mir sicher. Früher oder später, und wenn sie noch ein paar mal als Beste reinkarniert wird. Irgendwann einmal ist wer anderer besser und das verzeiht der "Beste Teufel" nicht. Meiner Theorie nach hat die gute geschäftstüchtige Frau sehr wohl erkannt, wie orientierungslos manche Erziehungskonzepte junge Eltern machen - und sie hat sich daher für diesen Leitfaden entschieden. Der kommt ohnehin im konservativen aber trotzdem krisengebeutelten Amerika, entschieden besser an, sprich - er lässt sich gewinnbringender verkaufen.

Außerdem nimmt die Angst vor den Erfolgen der "GELBEN GEFAHR" deutlich zu, auch in unseren Breiten - und einige neoliberalen Kräfte hängen sich sofort an die Fersen jener oft verantwortungslosen Wirtschaftskapitäne des Ostens. Manche würden sich am liebsten augenblicklich dem Chinesischen Wirtschaftswunder anschließen und alle Errungenschaften der Demokratie und des Humanismus über Bord werfen, nur um wieder in eine Superrendite zu gelangen. Da sind ihnen drillen, verbieten und maßregeln gerade gut genug.

Was hätte die arme Amy wohl mit einem Down-Syndrom-Töchterchen gemacht? Es ersäuft? Wohl nicht, aber auf die Grade A-Partie hätte sie wahrscheinlich verzichten müssen - und dennoch ihr Kind lieben und achten in seiner Existenz.

 

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