70 Jahre Staatsgründung Israels

Bildquelle: Flagge Israels

Am 14. Mai 1948 wird der unabhängige Staat Israel ausgerufen. Nach knapp 2000 Jahren in der Diaspora, der Zerstreuung in alle Welt, hatten die Juden wieder einen eigenständigen Staat. Die ersten Schritte zu dieser Staatsgründung setzte  bereits 1897 Theodor Herzl mit der Einberufung des Zionistenkongresses in Basel.

Bereits kurz nach der Ausrufung des Staates Israel marschierten arabische Militärverbände ein. Der junge Staat erlebte in den ersten zehn Jahren neben dem Palästinakrieg (November 1947 bis Juli 1949), die Suezkrise (Oktober 1956 bis März 1957) und den Sechstagekrieg (Juni 1957). Die Geschichte Israels ist auch später geprägt von Einwanderung, Flucht und Vertreibung, Selbstmordattentaten und Besatzungszonen. Der Friedensprozess läuft schon seit Jahrzehnten schleppend, Israel und seine Bevölkerung scheinen schwer zur Ruhe zu kommen: Die Palästinenser sprechen von einer systematischen Entarabisierung des Landes, während die Juden den historischen Anspruch auf verschiedene Gebiete geltend machen.

Auch Österreich war 39 Jahre lang in Israel im Einsatz. Von 1974 bis 2013 überwachten österreichische Soldaten eine 75 Kilometer lange und zehn Kilometer breite Zone mit dem Ziel die Konfliktparteien auseinanderzuhalten. 29 000 Österreicher und Österreicherinnen waren im Laufe der Jahre auf den Golanhöhen stationiert, 27 sind dort gestorben. Mit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs im Jahre 2011 wurde die Lage allerdings immer gefährlicher und der Einsatz beendet.

Israel ist der einzige Staat der Welt, in dem Juden die Bevölkerungsmehrheit stellen. Jahrzehntelange Einwanderung hat den Staat mit Ausnahme der Negev-Wüste und den Golanhöhen zu einem vor allem im Bereich der Städte sehr dicht besiedelten gemacht. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind beispielsweise über 700 000 russische Juden eingewandert, die Einwanderungstafel spricht für sich. Trotz der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen sank die Bevölkerungzahl Israels jedoch nie.

Im Jahre 1964 wurde die PLO, die Palästinensische Befreiungsorganisation, gegründet. Ziel der Organisation war ein unabhängiger Staat Palästina. Als Vertretung des arabischen Volkes lieferte man Israel einen bewaffneten Kampf, der auch vor Terroranschlägen nicht zurückschreckte. Die stärkste Fraktion innerhalb der PLO ist die Fatah, die sich in den letzten Jahrzehnten zu einem moderaten Verhandlungspartner entwickelt hat. Allerdings zeichnen Mitglieder der Fatah auch für den Terroranschlag bei den olympischen Spielen in München 1972 verantwortlich, elf israelische Sportler sterben dabei.

Die aktuelle Situation Israels als Nachbar Syriens, Ägyptens und des Libanons ist ebenfalls nicht einfach: Flüchtlingsströme aus Krisen- und Kriegsgebieten prägen die Gegenwart. Abschiebungsszenarien zeigen eine restriktive Flüchtlingspolitik, die auf Abschottung setzt.

Unterrichtsmaterial:

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Flagge Israels
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Israel.lehrerNeu2016.ppt2.33 MB

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