250. Geburtstag von Andreas Hofer

Bild von Andreas Hofer mit Hut
Bildquelle: Andreas hofer mit hut.jpg / commons.wikimedia.org/wiki/File:Andreas_hofer_mit_hut.jpg / Jdsteakley / CC0

Viel wurde schon über Andreas Hofer geschrieben und viel wird auch noch über ihn geschrieben werden. All dies hier wiederzugeben würde den Rahmen sprengen. Somit soll nur ein kurzer Überblick über das Leben jenes Mannes, der untrennbar mit der Geschichte Tirols verknüpft ist, gegeben werden - ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Das Kind

Als am 22.11.1767 am Sandhof in St. Leonhard in Passeier der kleine Andreas Hofer geboren wurde, war wie so oft in der damaligen Zeit klar, was aus ihm einmal werden sollte. War er doch nach 3 Mädchen endlich der lang ersehnte Sohn und damit der rechtmäßige Erbe der aufgrund der Nähe zum Jaufenpass gutgehenden Gastwirtschaft  zwischen St. Martin und St. Leonhard in Passeier. 1770, als er 3 Jahre alt war, starb seine Mutter Maria und vier Jahre später, im Jahr 1774, sein Vater Josef. Andreas Hofer war somit im Alter von 7 Jahren Vollwaise und in der Obhut seiner Stiefmutter Anna Frick, die sein Vater nach dem Tod der Mutter geheiratet hatte. Die Gastwirtschaft und somit das Erbe von Andreas Hofer wurden bis zu seiner Volljährigkeit von seiner Stiefmutter Anna Frick und seinem Schwager Josef Griener, der sich bei der Hochzeit mit einer Schwester von Andreas dazu verpflichten musste, geführt. Andreas absolvierte in der Zeit bis zu seiner Volljährigkeit seine Schulpflicht, die erst einige Jahre vorher durch die Theresianische Schulreform eingeführt wurde. Dort erlernte er das elementare Schreiben und Rechnen. Diese Schulbildung ermöglichte ihm zu lesen und selbst zu schreiben, wenngleich nicht nach den Regeln der deutschen Sprache sondern mehr im Stil einer wörtlichen Rede im südtiroler Dialekt. Im Anschluss an seine Schulzeit arbeitete er bei mehreren Wirten und Weinhändlern, wohl auch weil es in der eigenen Gastwirtschaft immer wieder zu Streitigkeiten zwischen seiner Stiefmutter und seinem Schwager kam, was sich auch auf den Erfolg selbiger auswirkte. Die Tätigkeit als Weinhändler führte ihn nach Nord-, Ost- und Südtirol, sowie nach Welschtirol und bis nach Oberitalien. Dies erweiterte einerseits sicherlich seinen Horizont, lernte er doch die unterschiedlichsten Menschen und deren Lebensumstände kennen, andererseits baute er damit auch einige Kontakte auf und erlernte die italienische Sprache.

Der Erwachsene

Mit Erreichen seiner Volljährigkeit übernahm er dann den Sandhof - sein Erbe, zahlte die Schulden zurück, mit denen der Hof belastet war und heiratete Anna Ladurner. Bis dahin war noch nicht abzusehen, dass aus Andreas Hofer einmal eine derart politische Figur werden würde, obwohl er bereits als 23 jähriger im Jahr 1790 am Offenen Tiroler Landtag in Innsbruck teilnahm. Die entscheidende Wende erhielt das Leben von Andreas Hofer erst 1804, als er am Sandhof zum ersten Mal auf Erzherzog Johann traf. Es entwickelte sich ein Briefverkehr mit Erzherzog Johann und es wurden Möglichkeiten besprochen, wie man Widerstand gegen Bayern leisten könnte, dem 1805 im Frieden von Pressburg Tirol zugeschlagen worden war. Was folgt ist zumeist hinlänglich bekannt: 1809 erfolgt der Aufstand der Tiroler gegen die bayrische Besatzung weitgehend ohne Unterstützung des Kaisers von Österreich und vier Bergiselschlachten später war Tirol wieder bei Bayern und Andreas Hofer ein gesuchter Rebell. Er floh, versteckte sich auf der Mähderhütte der Pfandleralm, wurde von Franz Raffl verraten und am 28.1.1810 ebendort gefangen genommen. Es folgten die Überführung nach Mantua, die Verurteilung zum Tod und am 20.2.1810 die Vollstreckung des Todesurteils durch Erschießen.

Die Figur Andreas Hofer

Wie so oft bei historischen Persönlichkeiten wird die Figur Andreas Hofer unterschiedlich wahrgenommen. Während er für die einen eine Heldenfigur darstellt, die seine Heimat gegen Feinde bis zuletzt verteidigte, ist er für die anderen ein bigotter Rebell, dem mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, als er verdient, hat er den Aufstand doch auch nicht alleine bewerkstelligt. So oder so, führt in Tirol aber oft kein Weg an ihm vorbei, von Straßen über Plätze, Kasernen und Schützenkompanien bis hin zu Käse und dergleichen, trägt vieles in Tirol den Namen Andreas Hofer und erinnert somit an diese für Tirols Geschichte wichtige Persönlichkeit.

 

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