21. Februar - Internationaler Tag der Muttersprache

Zwischenbrücken - Wappen (Wikimedia Commons)Am 21. Februar wird also eines jeden Muttersprache international gewürdigt - "lern amol deitsch" bzw. "Lernen Sie zuerst einmal Deutsch!" wird zu "impara la lingua italiana", "ögren Türkçe" oder "learn English". Sie ist ja auch manchmal die Vatersprache, und das Mutterland ist nicht immer das Vaterland. Die Tatsache bleibt, dass wir uns punktuell unserer eigenen Sprache etwas bewusster werden sollten, selbst wenn in diesen Zeiten die Sprache "globalisiert" wird, denn Mackie bleibt Mackie, selbst wenn MeckiMecki - Igel (Wikimedia Commons) vor Jahrzehnten in unseren Gefilden nur ein Igel war und heute ein nach Gluten riechender Hamburger, der auch nicht aus Hamburg kommt sondern aus den über den Erdball verstreuten uniformen gelb-roten Häuschen.

Doch wie könnte diese Mühe aussehen?

Lesen statt Glotzen, Sprechen statt Schreien, Zuhören anstelle von Reagieren, den Thesaurus verwenden, nach ähnlichen Begriffen suchen, das eine oder andere Fremdwort vermeiden, verständlich sprechen, die eigene Sprache dem Zuhörer anpassen, Sprechtoleranz vernünftig einsetzen, Sprachregeln um des Menschen willen einsetzen und nicht um der Sprache willen, Sprache als lebendiges Wesen erkennen, mit Sprache spielen, die eigene Sprache immer auf ihre Kommunikationstüchtigkeit hin überprüfen, den Sinn der Worte hinterfragen, auf die Hintergründe von Worten eingehen, die Bedeutung hinter den Worten erkennen, Dialekte nicht aussterben lassen, neue Dialekte zulassen, die unbekannte Sprache des eingewanderten Nachbarn wertschätzen und umgekehrt, muttersprachlichen Zusatzunterricht fördern und stützen, LehrerInnen für MigrantInnensprachen ausbilden, sich für die eigene - und fremde Kulturen interessieren, Sprache von übertriebenem Patriotismus trennen, Sprache nicht als Waffe verwenden, Sprache nicht mit Nation gleichsetzen bzw. als Auf- oder Abwertung, usw. Das trifft uns alle, egal ob Österreicher, Serbe, Türke, Deutscher oder Ägypter.

"Die UNESCO erinnert am 21. Februar, dem Internationalen Tag der Muttersprache, an die sprachliche Vielfalt. Von den rund 6.000 Sprachen, die heute weltweit gesprochen werden, sind nach Einschätzung der UNESCO die Hälfte vom Verschwinden bedroht, alle zwei Wochen geht eine Sprache verloren. Um Muttersprachen zu fördern, investieren UNESCO-Mitgliedstaaten in Programme und Maßnahmen. In Spanien konnte so das Katalanische und in Frankreich das Bretonische erhalten werden.

In Deutschland sind derzeit 13 Regional- und Minderheitensprachen bedroht. Zu den am stärksten gefährdeten Sprachen zählen Nord- und Saterfriesisch. Aber auch Bairisch, Alemannisch, Ostfränkisch, Rheinfränkisch, Moselfränkisch, Niedersächsisch, Limburgisch-Ripuarisch, Sorbisch und Jiddisch werden von immer weniger Menschen gesprochen. Ebenfalls gefährdet sind das in Deutschland und Dänemark gesprochene Jütländisch und das von den Sinti und Roma gesprochene Romani.

Die Gründe für die weltweite Gefährdung von Sprachen sind vielfältig: Kriege, Vertreibungen und Stigmatisierungen gehören ebenso dazu wie Migration und Vermischung von Sprachen. Die neuen Informationsmedien begünstigen den weltweiten Einfluss einzelner "großer" Sprachgruppen – insbesondere des Englischen. Verschwindet eine Sprache, geht auch das damit verbundene kulturelle Erbe von Gedichten über Legenden bis zu Sprichwörtern und Scherzen verloren. ... " (Quelle: www.unesco.de)

 

LINKS:

Internationaler Tag der Muttersprache

Unesoc-Weltatlas der bedrohten Sprachen

Wikipedia: Muttersprache

Wikipedia: Das Muttersprachenprinzip

Die Presse: Wer seine Muttersprache spricht, spricht leichter Deutsch

Aktion "Sprich mit mir"

Der Standard: Muttersprache zu fördern fördert Deutschkenntnisse

Der Standard: Man spricht Deutsch aber nix ist fix

 

 

 

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