2017- ein Tiroler Jubiläumsjahr

Bildquelle: KHM-Museumsverband

Tirol steht heuer ganz im Zeichen von Erzherzog Ferdinand II., der vor 450 Jahren als Tiroler Landesregent seinen Einzug in Innsbruck feierte. Die Feierlichkeiten zu Ehren des Habsburgers haben bereits am 17. Jänner 2017 begonnen. An diesem Tag wurden zwei von der Tiroler Landesgedächtnisstiftung angekaufte Gemälde erstmals öffentlich präsentiert.

Sie sind nun im Schloss Ambras Innsbruck zu bestaunen.

Als Ferdinand nach Jahren als Statthalter von Böhmen in Tirol ankam, war die Pest gerade überstanden. 30 Jahre lang sollte der humanistisch gebildete und kunstsinnige Erzherzog dann die Geschicke der Grafschaft Tirol lenken.  An seiner Seite war bereits seit 1557 die ihm heimlich angetraute Philippine Welser, eine bürgerliche Patriziertochter aus Augsburg. Für sie kaufte er Schloss Ambras, das er großzügig umbauen ließ. Um Philippine und ihre Schönheit ranken sich zahlreiche Mythen. Überliefert ist hingegen ihr Verständnis für heilkundliches Wissen und ihre Barmherzigkeit. 

Ferdinand ging als Sammlerpersönlichkeit in die Geschichte ein . 

Die sichtbarsten Spuren hinterließ Ferdinand II. auf Schloss Ambras mit dem einzigartigen Renaissance-Ensemble und den Rüstkammern sowie der Kunst- und Wunderkammer. Sein Sammlungskonzept war bahnbrechend für die Entwicklung des Museumswesens. 

Die kunstgeschichtliche Bedeutung Ferdinands II. ist eine einzige Aneinanderreihung an Superlativen:

1.        Ferdinand II. war eine der größten Sammlerpersönlichkeiten der Kunstgeschichte.

2.        Die Sammlung blieb auf Schloss Ambras der Nachwelt erhalten, ohne dass sie zerschlagen wurden.

3.        Schloss Ambras Innsbruck ist das älteste Museum der Welt, weil das extra dafür gebaute Gebäude heute noch in seiner Funktion vorhanden ist.

4.        Mit Ferdinand II. beginnt das moderne Museumswesen: Er legte als erster seiner Sammlung ein eigenes systematisches Konzept zugrunde.

5.        Ferdinands II. Kunst- und Wunderkammer, die einzige aus der Zeit der Renaissance, die heute noch vor Ort vorhanden ist.

6.        Durch das Nachlassinventar von 1596 ist der Bestand bestens nachvollziehbar.

7.        Das Druckwerk Armamentarium Heroicum kann als erster „Museumskatalog“ gelten.

 

Auch die erste Tiroler Schulordnung von 1586, die in den Jahren der Gegenreformation vor allem für die katholische Erziehung sorgen sollte, stammt von Ferdinand.

Ein Höhepunkt des Jubiläumsjahrs ist die internationale Ausstellung "Ferdinand II.- 450 Jahre Tiroler Landesfürst" vom 15. Juni bis 8. Oktober 2017 auf Schloss Ambras. Viele weitere Kultureinrichtungen setzen sich ebenfalls mit Ferdinand II. auseinander: die Tiroler Landesmuseen, das Forum Alpbach, die Universität Innsbruck, die Festwochen der Alten Musik und das Tiroler Landestheater.

Das genaue Programm kann den Dateianhängen entnommen werden.

Factbox:

Ferdinand II.

450 Jahre Tiroler Landesfürst

Jubiläumsausstellung

15. Juni 2017 bis 8. Oktober 2017

täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr

www.schlossambras-innsbruck.at

 

#ferdinand2017

Jubiläumsjahr

Eine gemeinsame Initiative von Kultur- und Bildungsinstitutionen

www.ferdinand2017.at

Weitere Veranstaltungen finden im Zuge der Jubiläumsausstellung statt:                       

  • Il divino Claudio                                                                       25.6.2017/ 20:00 Uhr: Konzert als Begleitveranstaltung im Schloss Ambras Innsbruck - Claudio Monteverdi zu Gast in Innsbruck              
  • Auf twitter #ferdinand2017 findet man Informationen zu einem work in progress: jeder ist herzlich dazu eingeladen mitzumachen!                                              
Bildquelle: 
KHM-Museumsverband
AnhangGröße
PT_Schloss_Ambras_Innsbruck.pdf1.72 MB
PT-Jubiläumsausstellung_Schloss_Ambras_Innsbruck.pdf1.46 MB

Suchen