150. Todestag von Adalbert Stifter (28.1.1868)

Photoportrait von Adalbert Stifter (stehend)
Bildquelle: Adalbert Stifter photo / commons.wikimedia.org/wiki/File:Adalbert_Stifter_photo.jpg / Unknown / Public Domain

 

Adalbert Stifter ist vor allem für seine ausführlichen Beschreibungen der Natur bekannt. Dabei war der Weg zu einer Karriere als Schriftsteller nicht von vornherein vorgezeichnet. Und dass Stifter noch dazu als  Maler tätig war, ist oft auch nicht so geläufig. Nachdem sich 2018 sein Todestag zum 150. Mal jährt, ist es vielleicht an der Zeit einmal kurz Leben und Werk dieses vielseitigen Mannes zu beleuchten, der in Oberösterreich auch als Landesschulrat tätig war.

 

 

Sein Leben

Am 23.10.1805 wurde Adalbert Stifter (eigentlich Albert Stifter - das Pseudonym Adalbert erhielt er erst später) als ältestes von 5 Kindern in ärmlichen Verhältnissen geboren. Anfangs arbeitete er wie es zur damaligen Zeit durchaus üblich war, am Hof seines Großvaters väterlicherseits mit (der Vater starb 1817 bei einem Unfall), ehe sein Großvater mütterlicherseits durchsetzen konnte, dass Adalbert eine Schulbildung im Gymnasium des Stiftes Kremsmünster erhalten sollte, wo er auch seine Liebe zur Literatur, den Naturwissenschaften und der Malerei entdeckte. 1826 schloss er seine Schulausbildung in Kremsmünster ab, siedelte nach Wien und begann mit einem Jura-Studium. In Wien hatte er einige Probleme mit der Umstellung an ein Leben in der Großstadt und auch das Studium der Rechtswissenschaften entsprach nicht seinen Neigungen. Er hielt sich als Hauslehrer über Wasser, brach 1830 sein Studium ab, verliebte sich unglücklich in Fanny Greipl, die dann einen anderen heiratete und bei der Geburt ihres ersten Kindes starb, und heiratete 1837 Amalia Mohaupt. Stifter arbeitete in dieser und der folgenden Zeit immer noch als Hauslehrer, begann aber auch eigene Schriften zu veröffentlichen und etablierte sich in der Wiener Kulturszene. Als 1848 die Unruhen des Revolutionsjahres auch vor Wien nicht halt machten, übersiedelte Stifter nach Linz. Von der Kulturszene Wiens abgeschnitten, nahm er die Stelle eines Landesschulrats an, um seine Ausgaben zu decken, und er wurde später auch zum Landeskonservator für Oberösterreich ernannt.  Die Ehe blieb kinderlos, was beide sehr belastete, und auch der ungeklärte Tod einer Nichte Amalias, die sie als Ziehtochter aufgenommen hatten, belastete die Familie Stifter sehr. Ende der 1850er Jahre verschlechterte sich der gesundheitliche Zustand Adalberts immer mehr. Es folgten Kuraufenthalte und Empfehlungen seinen Lebenswandel zu ändern (Stifter galt als übermäßiger Genussmensch), dem er aber nicht nachkam. Am 26.1.1868 schnitt sich Adalbert Stifter im Krankenbett (er wurde aufgrund einer Leberzirrhose behandelt) mit einem Rasiermesser die Halsschlagader auf, was 2 Tage später zu seinem Tod führte. Die Todesursache "Suizid" wurde im Bericht verschwiegen, weshalb er am Linzer St. Barbara-Friedhof bestattet werden konnte.

Sein Werk

Bekannt ist Adalbert Stifter in erster Linie für seine biedermeierlichen Natur- und Landschaftsbeschreibungen, die ihm viel Bewunderung aber auch viel Kritik eingebracht haben. Die Erkenntnis, dass in seinen Werken mehr steckt als bloße oftmals idyllische Beschreibungen der Natur, setzte erst viel später ein. Zu seinen berühmtesten literarischen Werken gehören "Bergkristall", "Nachsommer" und "Witiko". Daneben war Stifter mit gleicher Besessenheit auch als Maler tätig. Vor allem in seiner Zeit in Wien konnte er mit seinen Bildern ansehnliche Erfolge verbuchen. In Linz widmete er sich mehr der Literatur, die Malerei diente eher zu therapeutischen Zwecken, oftmals überarbeitete er seine Werke, nicht selten stellte er sie gar nicht fertig.

 

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