Ägyptens neuere Geschichte

Ben Bella und Gamel Abdel Nasser (Wikipmedia Commons)

Die Arabische Republik Ägypten, der eine zentrale Bedeutung in der Region zukommt, hat ein präsidiales Regierungssystem mit einer Mehrparteienlandschaft und einer Verfassung, die widersprüchliche sozialistische, demokratische und islamische Prinzipien beinhaltet. Die drei Präsidenten Gamal Abd el Nasser, Anwar as-Sadat und Hosni Mubarak haben das Land auf sehr gegensätzliche Weise geprägt.

Nasser erklärte während seiner Präsidentschaft (1954–1970) Ägypten zu einem blockfreien Staat und nutzte den Kalten Krieg mehrmals gewinnbringend für sein Land, indem er die USA und die Sowjetunion bei großen Entwicklungsprojekten (zum Beispiel beim Assuan-Staudamm) gegeneinander ausspielte. Nasser verband eine staatskapitalistische Wirtschaftspolitik mit pan-arabischen, nationalistischen Ideen, die jedoch nur zu einer kurzen Union mit Syrien führten (1958–1961).

Sadat nahm in seiner Regierungszeit (1970–1981) die staatliche Regulierung der Wirtschaft wieder zurück. Seine wirtschaftliche Liberalisierung, seine politische Öffnung hin zum Westen und sein Vorstoß zu einem Friedensschluss mit Israel 1978 bedeuteten eine vollkommene Abkehr vom "arabischen Sozialismus" nasseristischer Prägung und einen Schock für die arabische Welt. 1979 fror die Arabische Liga (ein 1945 in Kairo konstituierter Zusammenschluss von heute 22 arabischen Staaten mit dem Ziel der Förderung der Beziehungen der Mitgliedstaaten, der Wahrung der arabischen Interessen sowie der Schlichtung und Vermittlung in Streitfällen) ihre Beziehungen zu Ägypten ein und verlegte ihren Sitz von Kairo nach Tunis. Drei Jahre nach dem in Camp David vermittelten Friedensschluss zwischen Ägypten und Israel wurde Anwar as-Sadat 1981 während einer Parade von islamistischen Militärs erschossen. ...

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